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Käse und Wein haben - in Maßen genossen - positive Auswirkungen auf den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter. Das fanden Wissenschaftler der Iowa State University heraus.

In der Coronakrise greifen deutlich mehr Menschen zum Alkohol. Und gerade an den Weihnachtsfeiertagen werden Festtagsbraten oder Käsefondue vielerorts durch eine Flasche Rotwein ergänzt.

Eine Person schenkt mit einer Kelle Glühwein ein. (Foto: Imago, imago images / Eibner)
In der Weihnachtszeit wird normalerweise viel Glühwein getrunken. Im zweiten Lockdown fällt der Besuch des Weihnachtsmarktes zwar weg, aber auch zuhause wird vermehrt zur Flasche gegriffen. Imago imago images / Eibner

Doch diejenigen, die in Voraussicht auf den weihnachtlichen Exzess ein schlechtes Gewissen plagt, dürfte diese neue Studie zumindest ein Stück weit erleichtern: Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Konsum von Käse, Wein und von bestimmten Fleischsorten Vorteile für den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter haben kann. Natürlich nur, wenn diese Genuss- oder Lebensmittel auch in Maßen genossen werden.

Ein Festtagsbraten mit Rotwein (Foto: Imago, imago images / ZUMA Wire)
Wer Rotwein und Fleisch in Maßen genießt und dabei auf Qualität achtet, spart Geld, hält seinen Geist fit und schützt gleichzeitig die Umwelt. Imago imago images / ZUMA Wire

Einfluss von Ernährung auf Kognition im Alter erstmals in großem Stil untersucht

An der Iowa State University in den Vereinigten Staaten wurde in einer Studie der Einfluss von Ernährung auf die kognitive Schärfe im Alter untersucht. Es ist die erste groß angelegte Studie, die sich mit der Auswirkung bestimmter Nahrungsmittel auf die mentale Leistungsfähigkeit im Alter auseinandersetzt. Die Ergebnisse wurden im Journal of Alzheimer‘s Disease vorgestellt.

Hände einer alten Person an einem Griff im Krankenbett (Foto: Imago, imago images / Martin Wagner)
Die Erkenntnisse der Studie aus Iowa sind ein Schritt auf dem Weg, Demenz durch eine bessere Ernährung auszubremsen. Imago imago images / Martin Wagner

Geleitet wurde die Forschergruppe von Auriel Willette und Brandon Klinedinst, die beide Mitarbeiter in der Abteilung „Food Science and Human Nutrition“ an der Iowa State University sind.

10 Jahre lang wurden Daten gesammelt

Für die Studie sammelten Willette, Klinedinst und ihr Team zwischen 2006 und 2016 Daten von 1787 Erwachsenen aus Großbritannien, die zum Abschlusszeitpunkt der Studie im Alter von 46 bis 77 Jahren waren. Die Teilnehmer wurden über mehrere Jahre hinweg verschiedenen Tests unterzogen, mit denen die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten regelmäßig überwacht werden sollte.

Eine Ernährungspyramide (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
In der Studie wurden die Teilnehmer über ihre konkrete Ernährung befragt. Ihre kognitive Leistungsfähigkeit wurde regelmäßig überprüft. Imago imago images / Panthermedia

Zusätzlich sollten die Teilnehmer außerdem Fragen über ihre Ernährung und ihren Alkoholkonsum beantworten. Darin wurde gefragt, welche Lebensmittel wie häufig konsumiert wurden. Unter den aufgeführten Lebensmitteln waren neben rohem Obst oder Gemüse zum Beispiel auch Rind, Lamm, Schwein, Käse, Kaffee, Bier und Wein aufgeführt.

Käse, Rotwein und Lamm könnten helfen geistig fit zu bleiben

Die Wissenschaftlerinnen kommen zu dem Schluss, dass besonders vier Nahrungsmittel Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten haben könnten. Beobachtungen zeigten, dass vor allem Käse als kulinarischer Schutz vor geistigem Abbau dienen kann. Beobachtet wurde auch, dass gerade Menschen, die täglich, aber maßvoll Rotwein tranken und einmal pro Woche Lammfleisch aßen, sich kognitiv fitter zeigten, Bei der übermäßigen Nutzung von Salz beobachteten die Forscherinnen dagegen eher kognitive Verluste. Ihr Fazit lautet daher: Menschen mit hohem Risiko, an Alzheimer zu erkranken, sollten demnach einen hohen Salzkonsum vermeiden.

Rotwein und Käseplatte (Foto: Imago, imago images / agefotostock)
Rotwein und Käse gehen oft Hand in Hand. Ebenso verhält es sich bei Rotwein und rotem Fleisch. Beide Kombinationen können sich in geringen Mengen positiv auf die Gesundheit auswirken. Imago imago images / agefotostock

Richtige Ernährung könnte Alzheimer-Risiko senken

Die Wissenschaftler*innen betonten, dass zuerst noch weitere Untersuchungen unternommen werden müssen, um festzustellen, ob eine Anpassung der Ernährung signifikanten Einfluss auf das Gehirn nehmen kann. Sie gehen davon aus, dass eine bestimmte Ernährung außerdem einen starken Einfluss auf das Alzheimer-Risiko haben könnte.

Fleisch und Käse im Überfluss schaden Körper und Umwelt

Die Leiter der Studie wiesen darauf hin, dass die genannten Lebensmittel selbstverständlich nur in Maßen genossen gesundheitliche Vorteile aufweisen würden. Während die gesundheitlichen Risiken des Trinkalkohols allgemein bekannt sind, birgt der Konsum von Fleisch und Käse darüber hinaus noch einen anderen Nachteil: Der übermäßige Verzehr von tierischen Produkten bedeutet eine enorme Belastung für die Umwelt und trägt damit nicht nur zu Verschlechterung der eigenen Gesundheit, sondern letztendlich auch zum voranschreitenden Klimawandel bei.

Kuhstall in Yinchuan (Foto: Imago, imago images / Xinhua)
Um für den hohen Bedarf an Käse und anderen Milchprodukten aufzukommen, gibt es riesige Farmanlagen, in denen zehntausende Kühe für die Milchproduktion gehalten werden. Imago imago images / Xinhua
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