Rituale

Ist die Tradition des weißen Brautkleids noch zeitgemäß?

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Dagmar Hänel
Dagmar Hänel (Foto: Dagmar Hänel)

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Schwarz war lange die Farbe des Festtagskleides

Es kommt darauf an, wie man dieses weiße Kleid interpretiert, denn es ist ja ein Symbol. Wenn wir in die Geschichte zurückschauen: Dieses weiße Kleid ist noch gar nicht so alt. Auf Bildern von Hochzeiten des frühen 20. Jahrhunderts sieht man: Gerade im ländlichen Raum hat die Braut kein weißes Kleid an, sondern ein schwarzes – also ein Festtagskleid.

Bürgertum und Adel: helle Kleidung als Statussymbol

Die weißen Kleider stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im Bürgertum, etwas früher bereits im Adel, konnte man sehr feine, helle Kleider als Statussymbol tragen. Das Kleid nur für den einen Anlass konnte sich jahrhundertelang nur eine ganz kleine Oberschicht leisten. Daher wurde dieses weiße Kleid erst im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts auch in breiteren Bevölkerungskreisen zu einem Symbol für Unschuld und Jungfräulichkeit – so ein typisches 50er-Jahre-Denken, als es andere moralische Werte gab.

Vielleicht ist es an der Zeit, dieses Symbol des weißen Kleids als Zeichen für Unschuld zu verändern. Heute ist dieses weiße Hochzeitskleid, das man ja nur ein einziges Mal für wenige Stunden anzieht, ein Statussymbol, das die Besonderheit dieses Übergangs und dieses Festes repräsentiert. Und heute muss es ja auch nicht mehr unbedingt weiß sein; es gibt da sehr viele Abstufungen.

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