Psychologie

Wie viel Aberglaube steckt in Ritualen von Sportlern?

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Dagmar Hänel
Dagmar Hänel

Manche Fußballer betreten den Rasen immer mit dem rechten Fuß und Fans halten sich an einen bestimmten Tagesablauf, bevor sie ins Station gehen – denn sonst verliert das eigene Team. Was steckt dahinter: Ritual oder Aberglaube?

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Magisches Denken und kindliche Allmachtsfantasie

Da spielt eine Art von magischem Denken mit rein. Man könnte es Aberglauben nennen, aber ich mag den Begriff "magisches Denken“ lieber. Darin steckt etwas sehr Kindliches: Nämlich, dass ich selbst der Mittelpunkt der Welt bin und alles mit meinem Verhalten beeinflusse. Und wenn ich morgens beim Bäcker nicht mein Rosinenbrötchen mit dem Schokoguss gekriegt habe, weil das gerade aus war, dann ist vollkommen klar, dass am Nachmittag im Stadion meine Mannschaft nicht gewinnen kann.

Dass man alles auf ich selbst und seine persönlichen Rituale bezieht – dahinter steckt eine Art von Allmachtsfantasie. Kinder haben in einer bestimmten Entwicklungsphase genau diese Allmachtsfantasien und beziehen alles auf sich. Das ist in dieser Phase auch richtig und wichtig. Aber irgendwann muss man da rauskommen, denn sonst ist es ein magisches Denken und ein Aberglaube, der irgendwann auch krankhaft wird.

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