1000 Antworten Warum wird die menschliche Haut ausgerechnet braun wenn wir uns der Sonnenstrahlung aussetzen?

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Der Hintergrund der Frage ist die physikalische Tatsache, dass dunkle Oberflächen ja mehr Strahlung absorbieren als helle Oberflächen. Und somit ist ja die braune Färbung der Haut doch eigentlich kontraproduktiv. Hat die Natur hier versagt?

Ja, wenn man davon ausgeht, dass Sonnenlicht im allgemeinen Gegenstände aufwärmt, dann hätten Sie Recht. Dann hat die dunklere Haut erst mal den gleichen Effekt, wie wenn man sich ein dunkles T-Shirt anzieht; da ist es auch wärmer drunter, als wenn man ein weißes T-Shirt anhat. Allerdings soll uns die braune Haut nicht vor Wärmestrahlung schützen – sondern vor der gefährlichen UV-Strahlung, und dafür ist diese Bräune wiederum wichtig. Denn die Bräune entsteht durch ein bestimmtes Farbpigment, Melanin heißt das. Es bildet sich unter der Haut, wenn UV-Strahlung auf die Hautzellen kommt. Diese UV-Strahlung, vor allem die UV-B-Strahlung, produziert erst mal dieses Melanin, und das Licht, das normale Sonnenlicht, enthält ja sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen. Die UV-A-Strahlen, die lassen dann dieses Melanin wiederum reagieren mit Blutsauerstoff, und das gibt dann diese braune Färbung.

Dass es jetzt dunkel wird und nicht sozusagen heller wird, ist so ein Nebeneffekt. Allerdings muss man sagen wenn Sie erreichen wollten, dass man sozusagen weiß wird und das gesamte Sonnenlicht abstrahlt, reflektiert, dann müsste ja dieses Weiß wie eine Farbe auf der Hautoberfläche sein. Das wäre biologisch sehr schwer zu bewerkstelligen. Dieses Melanin wiederum hat den Effekt, dass es die gefährlichen UV-Strahlen schluckt; es absorbiert sie. Genau das tun ja dunkle Pigmente: Sie absorbieren die Sonnenstrahlen, in dem Fall die gefährlichen UV-Strahlen. Und deswegen hat es eben diesen Effekt, dass die Haut braun wird und nicht etwa heller.