Niklas übernimmt mit gerade einmal 17 Jahren eine enorme Verantwortung auf dem Hof seiner Familie. Glauben Sie, dass dieser Aspekt auch ein Spiegelbild realer Herausforderungen für viele Jugendliche heute ist?
Für mich repräsentiert die Übergabe des Hofs ein super Fallbeispiel des Ausweitungsprozesses der Verantwortungen, welcher mit dem Erwachsenwerdens einhergeht und vergleichbar mit den Erfahrungen vieler Jugendlicher in dieser Altersstufe ist, auch wenn diese oft nicht so extrem sind.
Welche Facetten seiner Persönlichkeit haben Sie dabei besonders gereizt?
Besonders bewundere ich Niklas Biss und Entschlossenheit, seine Verantwortungen und Probleme zu bezwingen, die zuerst durch die prekäre Situation der kranken Mutter und des verstorbenen Vaters entstanden sind und sich dann im Laufe des Films massiv ausweiten, so dass sie aus seiner Lage unmöglich groß und bedrückend wirken. Trotzdem gibt er nicht auf. Diese sich anhäufenden Probleme tragen zudem eine ungeheure Last mit sich, die Niklas alleine tragen muss und die ihm eine Zeit, die eigentlich genossen werden könnte und sollte, raubt.
Die Begegnung mit Billy Kuckuck bringt für Niklas eine Wendung in einer scheinbar ausweglosen Situation. Wie erlebt Niklas diese Situation und was verändert sich dadurch für ihn und seine Familie?
Für Niklas scheint Billy Kuckuck erst ein wenig suspekt, er zögert, sich zu nähern, da er seine ohnehin schon prekäre Lage nicht gefährden will. Doch als er merkt, dass es sich hier um eine vertrauenswerte, hilfsbereite Person handelt, ist es eine Erleichterung. Billy ist dann eine erfahrene, erwachsene Person, die ihm beisteht, die ihn aus diesem Überlebenskampf retten kann.
Die Beziehung zwischen Niklas und seiner Schwester Sophie scheint sein Anker zu sein. Wie beeinflusst ihre Verbundenheit seine Entscheidungen und seine Stärke?
Niklas will seine Schwester vor allem vor all seinen Verantwortungen und ihrer sich verschlimmernden Situation beschützen. Er will, dass es ihr nicht so ergeht wie ihm, deswegen besitzt er diesen unermesslichen Trieb. Er will eine schöne, aussichtsvolle Welt für sie schaffen.