STAND

Ressourcenschonende Produktionsmethoden haben bei uns einen hohen Stellenwert. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch, um der ökologischen Verantwortung als zweitgrößte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in der ARD gerecht zu werden. Unter dem Label „Green Shooting“ setzen wir uns für nachhaltige Filmproduktionen ein und reduzieren Treibhausgasemissionen.

Das richtige Know-How

Fortbildungen und Workshops sensibilisieren Mitarbeiter*innen für nachhaltige Produktionsmethoden und geben ihnen das richtige Werkzeug an die Hand. Außerdem helfen Green Consultants dabei, die Produktionsbeteiligten frühzeitig über ökologische Produktionsmittel aufzuklären und begleiteten die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.  

Unser Herstellungsleiter Michael Becker: „Unser Ziel ist es, die Verantwortlichen aus Produktion und Redaktion zu motivieren, möglichst ressourcenschonend zu produzieren, um die Ökobilanz in der Herstellung zu verbessern.“ Becker macht sich schon seit langem für Nachhaltigkeit in der Produktion stark und steht dazu branchenweit mit weiteren Green Shooting Experten im Dialog.

Amadeus Fischer, Volontär Aufnahmeleitung beim SWR (Foto: SWR)
Das richtige Know-How ist entscheidend: Im Rahmen seines Volontariats machte Aufnahmeleiter Amadeus Fischer eine Fortbildung zum Grünen Berater. Wir möchten bei Produktionen stärker auf solche „Green Consultans“ setzen. Sie helfen dabei, Produktionsbeteiligte frühzeitig über ökologische Produktionsmittel aufzuklären und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen zu begleiten und zu kontrollieren. Bild in Detailansicht öffnen
Redaktionsleiter Ulrich Herrmann macht sich stark für Green Inhouse: Der Freiburg-Tatort mit Heike Makatsch setzte in puncto Nachhaltigkeit Maßstäbe. Bei dem ersten grünen Tatort „Fünf Minuten Himmel“ konnte nachgewiesen werden, dass eine CO2-Reduktion von 40 Prozent möglich ist. Die Auftragsproduktion wurde als Pilotprojekt besonders umweltbewusst und ressourcenschonend produziert. Eingespart werden soll künftig aber nicht nur bei Auftragsproduktionen. Bild in Detailansicht öffnen
Herstellungsleiter Michael Becker, der sich schon seit langem für Nachhaltigkeit in der Produktion stark macht und dazu branchenweit mit weiteren Green Shooting Experten im Dialog steht. Monika Maier Bild in Detailansicht öffnen
Beim nachhaltigen Produzieren soll der CO2-Rechner helfen: Dieses Tool ermöglicht es, schon in der Planungsphase einen detaillierten CO2-Fußabdruck für eine Produktion zu ermitteln. Die einzelnen Parameter reichen dabei vom Kostümankauf bis zur wiederverwendbaren Kaffeetasse. Bild in Detailansicht öffnen
Nicht nur in der Filmherstellung sondern auch in der Infrastruktur wird optimiert: Wir setzen bereits seit längerem auf energiesparende Lichtgestaltung in seinen Studios in Stuttgart, Baden-Baden und Mainz. Auch künftig soll moderne LED-Technik zum Einsatz kommen. Bild in Detailansicht öffnen
Ein wichtiges Thema für das ganze Haus: Alle interessierten Mitarbeiter*innen können sich über nachhaltige Produktionsmethoden informieren, hier beispielsweise bei unserem Nachhaltigkeitstag in Baden-Baden. Fabian Linder Bild in Detailansicht öffnen
Neben der Ausstellung werden unsere Mitarbeiter*innen durch Vorträge für das Thema sensibilisiert. Hier zu sehen sind Karl Maier und Michael Becker bei der Eröffnung des Nachhaltigkeitstages. Fabian Linder Bild in Detailansicht öffnen

Entwicklung eines Green-Shooting CO2-Rechners

Zur Generierung verlässlicher Messwerte hat die Filmförderung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) gemeinsam mit uns und KlimAktiv einen Green-Shooting CO2-Rechner entwickelt. Dieses Tool ermöglicht die effektive und detaillierte Kalkulation des CO2-Fußabdrucks – von der Vorproduktion über den Dreh bis hin zur Postproduktion.

Parameter zur Reduktion der Treibhausgasemissionen

Über folgende Parameter lässt sich der CO2-Ausstoß reduzieren:

Durch Beachtung dieser Parameter konnten beispielsweise beim Dreh zum Tatort – Maleficius“ 43 % der Emissionen (79t CO2) eingespart werden. Weitere Technologien wurden geprüft und in Produktionen getestet, darunter auch der erste mobile Batteriespeicher. Er kann ein großes Dieselaggregat ersetzen und somit CO2-Emissionen einsparen.

Umgestaltung der Produktionsinfrastruktur

Nicht nur in der Filmherstellung wird verbessert, auch die Produktionsinfrastruktur soll laufend optimiert werden: So setzen wir bereits seit längerem auf energiesparende Lichtgestaltung in unseren Studios und auch künftig soll moderne LED-Technik zum Einsatz kommen. Daneben wurden Elektrofahrzeuge und Pedelecs in die Fahrzeug-Flotte integriert, um den Produktionsmitarbeitenden umweltschonende Fortbewegungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Strengere Vertragsklauseln für Auftragsproduktionen

Was für eigene Produktionen gilt, soll langfristig auch für Auftragsproduktionen gelten: Hierfür wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der hilft, umweltbewusste Produktionsweisen schon bei der Auftragsvergabe in den Blick zu nehmen. Wir möchten die von uns beauftragten Produzenten bei der Implementierung einer ökologischen Produktionsweise unterstützen. Gleichzeitig sollen Partner künftig aber auch stärker durch entsprechende Vorgaben in den Verträgen in die Pflicht genommen werden.

100 nachhaltige Produktionen

Der Arbeitskreis „Green Shooting“ hat 2020 eine branchenweite Selbstverpflichtung zu 100 nachhaltig hergestellten Produktionen in der Film- und Medienlandschaft initiiert. Wir steuern unsere 6 jährlich eigenproduzierten Tatorte bei. Im Redaktionsteam zur Formulierung der zu erfüllenden Nachhaltigkeitskriterien waren wir an zentraler Stelle beteiligt. Das Konzept des Arbeitskreises liegt auch dem 2020 angestoßenen nationalen Zertifikat für grünes Drehen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Filmförderungsanstalt zugrunde. Zurzeit wird mit unserer Unterstützung die geplante wissenschaftliche Begleitung des Projekts gemeinsam mit der MFG und dem Ökoinstitut vorbereitet.

Nachhaltige Veranstaltungen

Neben Filmproduktionen spielt auch bei Veranstaltungen die Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Zum 25. Jubiläum des SWR3 New Pop Festival wird das Festival grün. Ökostrom, recycelbare Materialien, verbesserte Mülltrennung und -entsorgung, kostenlose Shuttlebusse, vergünstigte Bahntickets, Elektroautos und E-Bikes sind die ersten Schritte, um den CO2-Footprint des SWR3 New Pop Festivals zu reduzieren.

ARD-weite Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit

Eine Gesamtdarstellung des Engagements der ARD-Mitglieder für mehr Nachhaltigkeit und eine Beschreibung gemeinschaftlicher Projekte in diesem Bereich bietet der ARD-Nachhaltigkeitsbericht 2020. Im Fokus stehen neben ökologischen auch ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte.

STAND
AUTOR/IN