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Glaubst Du an Gott? Und wenn ja, an welchen? Die Frage, wie man es mit der Religion hält, hat zweifellos an Bedeutung im Alltag eingebüßt. Und doch unterhalten alle Sender, natürlich auch der SWR, Redaktionen, die sich mit Religion beschäftigen. Warum eigentlich? Mit dieser Frage habe ich mich heute auf den Weg zum Redaktionsbesuch in der SWR Abteilung „Religion und Welt“ gemacht.

Wenn eine Redaktion „Religion und Welt“ heißt, kommt das Vorurteil hoch, dass einem diese schwermütigen Reportagen nach einem langen Tag nicht die Feierabendstimmung verderben sollen. Da erscheint ein wenig Zerstreuung durch Unterhaltung viel angenehmer. „Braucht man uns noch“, wollte die Redaktion deshalb von mir wissen. Meine Antwort wird Sie vielleicht nicht überraschen: Na klar! Ja, wir brauchen Fachleute für Themen wie Religion, Sinnsuche, gesellschaftspolitische Fragen, Moral und Ethik! Auch wenn die Menschen den christlichen Kirchen zunehmend den Rücken kehren – noch immer gehören drei Viertel der Bevölkerung im Südwesten einer Religionsgemeinschaft an. Und in allen Generationen ist Spiritualität ein Thema. Soweit ich sehe wird sie auch immer ein Thema bleiben, solange sich Menschen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens oder den Antworten auf letzte Fragen beschäftigen. Und weil zur Diskussion über Werte und menschliches Zusammenleben auch das Thema gehört, wie wir untereinander mit unterschiedlichen Kulturen umgehen, zählt zur Abteilung „Religion und Welt“ auch der Themenbereich „Migration“. Spiritualität und Migration - zwei Megathemen, die uns noch sehr, sehr lange beschäftigen werden.

Deshalb habe ich heute eine Lanze für eine Fachredaktion zu diesen Themen gebrochen. Wie überall im SWR werden wir uns auch hier kritisch prüfen, ob unsere Angebote, ihre Machart und die Plattform, auf der wir sie veröffentlichen, noch mit den Bedürfnissen unseres Publikums zusammenpassen. Das Team hat sich bereits auf den Weg gemacht. Im Audio-Bereich mit dem Podcast „SWR2 Glauben“, SWR Aktuell Mondial oder mit Dokumentationen im SWR-Doku-Channel auf YouTube. Ich muss zugeben, manches habe ich erst bei der Vorbereitung auf meinen heutigen Redaktionsbesuch entdeckt. Aber all diese vermeintlich schweren Themen sind nicht nur wichtig, sondern können modern, spannend und absolut Feierabend-kompatibel aufbereitet werden. Nirgendwo in unseren Programmen finden Sie mehr Emotionen als in diesen Geschichten von Menschen, die das Leben vor eine ganz besondere Herausforderung gestellt hat. Diese Themen machen uns aus.

Ihr

Kai Gniffke

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