SWR2 Wissen

Die Wasserschützer – Bürger armer Länder gegen Großkonzerne

Stand
AUTOR/IN
Thomas Kruchem
Thomas Kruchem (Foto: SWR, privat)
ONLINEFASSUNG
Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

Goldbergbau in Kolumbien, Kalk-Gewinnung in Indonesien durch HeidelbergCement: In armen Ländern wehren sich Menschen erfolgreich gegen Projekte, die ihr Wasser gefährden.

Audio herunterladen (24,8 MB | MP3)

Proteste auch in Baden-Württemberg

Im Mai 2017 berichtete der SWR über eine ungewöhnliche Aktion in Heidelberg: Vor der Zentrale des Weltkonzerns HeidelbergCement demonstrieren Frauen aus Indonesien – mit einbetonierten Füßen. „Wasser statt Beton“ rufen sie. „Wir wollen nicht, dass Kalksteinbergbau und Zementfabriken unsere Heimat zerstören.“

Kürzlich protestierte auch die Fridays for Future-Bewegung vor dem Konzern.

Was dahinter steckt: Recherchen in Indonesien und Kolumbien

SWR2-Wissen-Reporter Thomas Kruchem hat in Indonesien recherchiert, was dahinter steckt. Dort kämpfen Bauern inzwischen erfolgreich gegen den Kalksteinabbau durch HeidelbergCement.

Ähnliches passiert aber auch auf der anderen Seite der Welt, in Kolumbien. Dort sieht die Bevölkerung ihre Wasservorräte durch den Gold-Bergbau bedroht. Hunderttausende Menschen aus allen Bevölkerungsschichten gehen auf die Straße, um Hochmoore und die Wasserversorgung vor den Eingriffen durch Bergbaukonzerne zu schützen.

Konzerne stoßen auf immer mehr Widerstand

Das ist ein Trend: Auch in Schwellenländern haben es Regierungen und Konzerne immer schwerer, Großprojekte mit gravierenden sozial-ökologischen Folgen gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen.

Wie Großprojekte die Wasserversorgung bedrohen

Wasser wird knapp, bedingt durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum. Menschen brauchen Wasser zum Trinken, Waschen, aber auch, um Felder zu bewässern und Waren herzustellen – und um Rohstoffe aus der Erde holen. Haushohe Bagger reißen – über- und untertage – gewaltige Wunden in die Erde. Sie verändern die Fließrichtung von Bächen und Flüssen; sie setzen chemische Reaktionen in Gang, die Grund- und Flusswasser zu schwermetallgesättigter Giftbrühe machen. Viele Betroffene wehren sich – und immer häufiger mit Erfolg, ob in Südamerika oder Südostasien.

Klimahelden: alle Folgen der Reihe

Mali

Klimahelden (1/4) Solarstrom für Afrikas Dörfer

Ein deutsch-malisches Start-up liefert afrikanischen Dorfbewohnern Solarstrom – konkurrenzlos günstig und klimaneutral. Das verbessert das Leben und kurbelt die Wirtschaft an.

SWR2 Wissen SWR2

Klimahelden (3/4) Gesunde Böden für Haiti

Haiti war Frankreichs profitabelste Kolonie. Heute sind seine Wälder abgeholzt und die Böden erodiert. Doch Kleinbauern legen artenreiche Waldgärten an und schöpfen neue Hoffnung.

SWR2 Wissen SWR2

Klimahelden (4/4) Wälder für die schottischen Highlands

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren noch fünf Prozent Schottlands bewaldet. Dank beispielloser Wiederaufforstung soll bis 2050 knapp ein Drittel Schottlands baumbestanden sein.

SWR2 Wissen SWR2

Klima: aktuelle Beiträge

Energie Wie Gasanbieter Ökogas schönrechnen

Bundesweit werben Gasanbieter offenbar mit Ökogasverträgen, die mit fragwürdigen CO2-Gutschriften klimafreundlicher gerechnet werden. Das belegt eine neue Recherche von Correctiv.Lokal. Auch im Südwesten sind Energieversorger betroffen. Die Deutsche Umwelthilfe geht dagegen vor.

Impuls SWR Kultur

Landwirtschaft Hanf – Die kulturfreundliche Klimapflanze

Fachleute trauen dem drogenfreien Nutzhanf eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Artensterben und Erderwärmung zu. Von Alexander Budde (SWR 2024) | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/hanf-kulturpflanze | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

Das Wissen SWR Kultur