Deutsch-britischer Animationsfilm

Britisch-verschrullte Fantasy nach Terry Pratchett: Toby Genkel verfilmt „Maurice der Kater“

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INTERVIEW
Wilm Hüffer

Terry Pratchett war einer der witzigsten Autoren der letzten Jahrzehnte. Mit „Maurice der Kater“ kommt jetzt die Verfilmung des Romans ins Kino, der für Pratchett den Durchbruch bedeutete  – in einer deutschen Koproduktion.

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Spontane Zusage von Regisseur Toby Genkel

Er habe Terry Pratchett kaum gekannt, gesteht Toby Genkel im Interview mit SWR2. Erst als die Produzentin mit der Filmidee auf ihn zugekommen sei, habe er sich den Jugendbuchklassiker „Maurice der Kater“ (Originaltitel: „The Amazing Maurice and His Educated Rodents“) geschnappt. „Und nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, habe ich sie sofort angerufen und gesagt: Ich bin dabei! So ein fantastisches Buch.“

Terry Pratchett, der Sonderling unter den Fantasy-Autoren

Betulichkeit war nicht die Sache von Terry Pratchett. Das gilt vor allem für seine Scheibenwelt-Romane, in denen er eine Fantasy-Welt voller verschrobener Figuren entwirft, dabei gerne Popkultur zitiert und auch mal historische Ereignisse anklingen lässt und im Allgemeinen ziemlich komplizierte Storys spinnt. Seine Mischung aus „krudem Humor“ und „großer Ernsthaftigkeit“ – das sei es, was Pratchett so unverwechselbar mache, sagt Genkel.

Das gelte auch für „Maurice der Kater“, dessen Geschichte auf der Sage des Rattenfängers von Hameln basiert. Pratchett stellt die Story jedoch auf den Kopf: Die Ratten machen mit dem Rattenfänger und seinem Kater Maurice gemeinsame Sache und am Ende kassieren alle. Ein klassisches Abzocker-Modell.

Trailer „Maurice der Kater“, ab 9. Februar im Kino

Bastian Pastewka spricht Kater Maurice

Zu anspruchsvoll für einen Familienfilm? Toby Genkel verneint das entschieden. Pratchett sei der Meinung gewesen, man können Kindern einiges zutrauen und müsse sie ernst nehmen.

Und das zu Recht: „Man kann auch eine vielschichtige Geschichte für Kinder gut erzählen. Ich glaube dabei ist nur wichtig, dass man den Spaß nicht aus den Augen verliert. Und ich hoffe, dass uns das gut gelungen ist.“

Dazu beitragen dürfte auch die prominente Sprecherbesetzung. Im englischen Original wird Kater Maurice von Komiker und Schauspieler Hugh Laurie („Dr. House“, „Blackadder“) gesprochen. In der deutschen Fassung übernimmt das der Komiker und Sprachakrobat Bastian Pastewka.

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