Dürre macht dem Wald in Rheinland-Pfalz zu schaffen: Ist es okay, wenn ich trotzdem einen Weihnachtsbaum kaufe? (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Ralf Hirschberger)

Der Klimawandel und der Weihnachtsbaum

So gehen Sie nachhaltig mit Weihnachtsbäumen um

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Dürre, Waldsterben und trotzdem Weihnachten traditionell unterm Baum feiern? So können Sie es guten Gewissens machen.

Keine Sorge! Nordmanntanne, Fichte und Kiefer haben den trockenen Sommer gut überstanden. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger spricht sogar von einer überdurchschnittlich guten Ernte. Die Preise bleiben in diesem Jahr stabil. In Rheinland-Pfalz zahlt man beispielsweise für den laufenden Meter Nordmanntanne zwischen 21 und 27 Euro. Etwa ein Euro mehr als im Vorjahr.

Der fehlende Regen hat vor allem jungen Bäumen geschadet, die in den nächsten Jahren auf den Markt und in die Wohnzimmer wandern sollten. "Wir gehen bei Pflanzungen im Frühjahr von Ausfällen von 40 bis 50 Prozent aus", sagt Lars Zimmermann, Vize-Vorsitzender des Arbeitskreises rheinland-pfälzische Weihnachtsbaumproduzenten.

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Werden Weihnachtsbäume in Zukunft knapp?

Aber dennoch muss auch in den nächsten Jahren niemand um den Weihnachtsbaum bangen. Die Trockenheit sei zwar länger gewesen als 2018, dem bis dahin "heftigsten Jahr" für Weihnachtsbäume, so Zimmermann, aber jetzt werde eben im Herbst nachgepflanzt. Zudem sei im Frühjahr bereits 30 Prozent mehr angepflanzt worden. Ausfälle würden einkalkuliert, heißt es.

Trotzdem bleibt die Frage: Der Wald leidet sowieso schon unter Trockenheit. Können wir es uns noch erlauben, zusätzlich Bäume für das Weihnachtsfest zu fällen?

Ja, sagt der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz, Wolfgang Schuh, "denn Weihnachtsbäume wachsen nicht im Wald, sondern werden auf Plantagen angepflanzt, die eigens dafür vorgesehen sind." Wer einen Weihnachtsbaum in seiner Region kauft, vermeidet lange Transportwege und CO2 Emissionen.

Weihnachtsbaum in der Region selbst schlagen

Allein in Rheinland-Pfalz verkaufen Forstbetriebe und spezialisierte Weihnachtsbaumproduzenten über eine Million Christbäume. 90 Prozent dieser Bäume stammen auch aus Rheinland-Pfalz, der Rest wird überwiegend aus den Nachbar-Bundesländern importiert.

Und was macht mehr Spaß, als den Weihnachtsbaum im Wald vor der eigenen Haustür selbst auszusuchen. Auf der Internetseite wald.rlp.de finden Sie mit einem Klick das Forstamt in Ihrer Nähe. In so ziemlich allen Forstrevieren kann man Weihnachtsbäume auch selbst schlagen.

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Weihnachtsbaum im Topf

Immer beliebter werden auch kleine Bäume im Topf, die man nach dem Fest im eigenen Garten auspflanzen kann. Wichtig ist dabei, dass die Tännchen im Topf gezogen wurden, nur dann halten sie die Tage in der warmen Wohnung auch wirklich aus. Und wer keinen Garten hat - kein Problem. Bei den "Weihnachtsbaumfreunde" aus Mainz beispielsweise kann man Bäume auch mieten.

Ob mit Wurzel oder ohne - der Natur hilft es auf jeden Fall, wenn die Bäume ohne Pestizide und Düngemittel gezogen wurden. Solche Bäume sind durch verlässliche Siegel, wie Bioland, Naturland, Demeter, das EU-Biosiegel oder FSC-Zertifikat gekennzeichnet. Die Umwelt-Initiative Robin Wood hat aufgelistet, wo es ökologische Weihnachtsbäume zu kaufen gibt.

Plastikbäume haben schlechte Ökobilanz

Definitiv keine sinnvolle Alternative ist dagegen der Weihnachtsbaum aus Plastik!
Das wird ganz schnell in einem Rechenbeispiel klar: Ein Hektar Weihnachtsbäume bindet laut Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid (CO2), 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 105 Tonnen Sauerstoff. Bei einem Plastikbaum wird dagegen schon bei der Produktion viel Kohlendioxid freigesetzt und Erdöl verbraucht. Dazu kommen die CO2 Emissionen beim Transport. Und am Ende landen sie dann, wenn auch erst nach Jahren, im Plastikmüll. Laut internationalen Studien hat das Tännchen aus Kunststoff mit 40 Kilo entstandenem CO2 pro Baum eine schlechte Ökobilanz.

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