Die Inflation und die horrenden Preise für Gas und Strom lassen viele Menschen in Rheinland-Pfalz mit Sorge auf das Weihnachtsfest blicken. Denn auch zu Weihnachten in diesem Jahr vieles teurer, aber – ein Lichtblick – auch nicht alles.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Annette Riedl)

Inflation, Energiekrise und Weihnachtsfest

An Weihnachten wird vieles teurer - Das müssen Sie beachten

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In diesem Jahr klingeln an Weihnachten zwar die Glöckchen, die Kassen aber nicht unbedingt. Denn Inflation und Energiekrise machen auch vor dem Weihnachtsfest nicht halt. Was alles teurer wird und was nicht, lesen Sie hier.

Je früher es draußen dunkel wird, desto größer wird bei manchen die Vorfreude auf Weihnachten. Denn eins ist nach der Zeitumstellung gewiss: Es geht in großen Schritten auf die Advents- und Weihnachtszeit zu.

In diesem Jahr könnte die Vorfreude bei vielen aber getrübt werden. Die Inflation und die horrenden Preise für Gas und Strom lassen viele Menschen in Rheinland-Pfalz mit Sorge auf das Weihnachtsfest blicken. Denn auch zu Weihnachten wird in diesem Jahr vieles teurer, aber – ein Lichtblick – auch nicht alles.

Wir geben einen Überblick über die Kosten für:

Weihnachtsgeschenke

Größter Kostenpunkt zum Weihnachtsfest sind bei vielen die Weihnachtsgeschenke. Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Handelsplattform ebay wollen in diesem Jahr fast die Hälfte der Menschen in Deutschland rund um Weihnachten sparen. Zwei Drittel der Sparwilligen möchten ihre Ausgaben für Geschenke beschränken. Die geplanten Ausgaben sinken der Umfrage zufolge um rund ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr – auf durchschnittlich knapp 235 Euro.

Wie viel geben Sie in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke aus?

Wer Kinder im Familien- und Freundeskreis hat und diese zu Weihnachten beschenken möchte, der muss in diesem Jahr zum Beispiel tiefer in die Tasche greifen. Das hat der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) bereits angekündigt. Die Erhöhungen der Hersteller dürften sich durchschnittlich um fünf bis sechs Prozent bewegen, sagte Ulrich Brobeil Ende September der "Rheinischen Post". Als Grund für die Preissteigerung nennt Brobeil die Energiekrise, die auch die Spieleindustrie trifft.

Brobeil rät außerdem bei besonders begehrten Spielwaren schnell zuzugreifen, da es zu Lieferproblemen bei einzelnen Artikeln kommen könnte, weil Komponenten aus Fernost fehlten. Laut einer Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) können im Moment mehr als 60 Prozent der befragten Spielzeughändler nicht das volle Sortiment anbieten.

Weihnachtsbeleuchtung

Mit den gestiegenen Strompreisen wird natürlicherweise auch die Weihnachtsbeleuchtung in der Adventszeit teurer. Viele Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz verzichten in diesem Jahr deswegen auf üppige Beleuchtungen oder reduzieren diese zumindest. Aber auch für Privathaushalte wird der weihnachtliche Lichtglanz teurer.

Eine Lichterkette mit Glüh- oder Halogenlämpchen verursacht laut einer Rechnung der Verbraucherzentrale in einem Monat etwa vier Euro an Stromkosten. Die Berechnung gilt für eine Lichterkette mit 24 Lämpchen, die an insgesamt 28 Tagen je acht Stunden leuchtet. Der Strompreis beträgt in dieser Rechnung 35 Cent pro Kilowattstunde. Vier Euro klingt erstmal nicht viel, jedoch läppern sich die Kosten, je nachdem wie viele Lichterketten mit wie vielen Einzellichtern man bei sich Zuhause aufhängt.

Weihnachtsbäume

Puh, aufatmen! Um den Weihnachtsbaum muss man sich in diesem Jahr keine Sorgen machen. Die Preise für Tanne & Co. bleiben laut dem Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der Grund sei eine außergewöhnlich gute Ernte.

Auch in Rheinland-Pfalz gehen die Waldbesitzer davon aus, dass sich die Preise für Weihnachtsbäume aus der Region in etwa auf dem Niveau von 2021 bewegen. Weil aber sowohl die Lohn- als auch die Lohnnebenkosten sowie durch die Energiekrise die Preise bei Logistik und Produktion gestiegen sind, gebe es jedoch "moderate Preisanpassungen", sagt Wolfgang Schuh vom Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz.

Eine Nordmanntanne koste den Kunden in diesem Jahr pro Laufmeter zwischen 21 und 27 Euro, so Schuh. Das sei ein Euro mehr als 2021. Das gleiche gelte für die Blaufichte, die in diesem Jahr pro Laufmeter zwischen 13 und 17 Euro koste. Rotfichten kosten laut Schuh genauso viel wie 2021.

Wann stellen Sie Ihren Weihnachtsbaum auf?

Weihnachtsessen

Nachdem in den letzten Monaten die Preise für Lebensmittel angestiegen sind, ist es keine Überraschung, dass auch der traditionelle Gänsebraten zum Weihnachtsfest in diesem Jahr teurer wird. Der Grund: Höhere Kosten für Löhne und Energie, aber auch für das Futter der Tiere.

Gänsebauer Gerald Wischer aus Gau-Odernheim zum Beispiel nahm im vergangenen Jahr 20 Euro pro Kilo Bio-Gans. In diesem Jahr kostet das Kilo Gans bei ihm vier Euro mehr.

Im Video erfahren Sie mehr zur Situation des rheinhessischen Gänsebauerns:

Weihnachtsmarkt

Auch die Schausteller auf den Weihnachtsmärkten in Rheinland-Pfalz kämpfen in diesem Jahr mit ähnlichen Problemen wie die Gänsebauern, Weihnachtsbaumproduzenten & Co.: Höhere Personalkosten wegen des gestiegenen Mindestlohns, hohe Energiekosten und gestiegene Einkaufspreise.

Aber alle Besucher des Mainzer Weihnachtsmarktes dürfen sich freuen: Der Glühwein wird trotzdem nicht teuer. "Der Glühweinpreis ist wie letztes Jahr", sagt der Schausteller und Sprecher des Mainzer Weihnachtsmarktes Sascha Barth. Die Zutaten für den Glühwein seien zwar wesentlich teurer geworden, trotzdem habe er sich gegen eine Preiserhöhung beim Glühwein entschieden. Gleiches habe er von seinen Kollegen gehört. "Damit sich jeder weiterhin den Weihnachtsmarkt leisten kann", so Barth. Seine Hoffnung, um keinen Verlust zu machen: Dass die Menschen wegen der gleichgebliebenen Preise zum Beispiel zwei statt nur eine Tasse Glühwein pro Weihnachtsmarktbesuch trinken.

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