Das Ada-Evangeliar ist in der Trierer Stadtbibliothek ausgestellt. Der prachtvolle Einband aus Gold und Edelsteinen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Ada-Evangeliar ist eine Bilderhandschrift des Neuen Testaments aus der Malerschule am Hof Karls des Großen. Entstanden ist sie vor rund 1.200 Jahren in Aachen.

Mit Goldtinte geschrieben

Trierer "Ada-Evangeliar" wird UNESCO-Weltdokumentenerbe

Stand

Endlich! Die kostbare Handschrift aus der Trierer Schatzkammer wird Weltdokumentenerbe. Das hat das internationale UNESCO-Komitee in Paris jetzt entschieden.

Das Ada-Evangeliar ist eine Bilderhandschrift des Neuen Testaments aus der Malerschule am Hof Karls des Großen. Entstanden ist sie vor rund 1.200 Jahren in Aachen. Das Trierer Evangeliar gilt als die bedeutendste Bilderhandschrift der Zeit und als Hauptwerk dieser Schule.

Zusammen mit drei weiteren Werken aus Deutschland, die nun aufgenommen wurden, zählt das Ada-Evangeliar jetzt zu den 28 deutschen Beiträgen zum Weltdokumentenerbe. "Damit würdigt die UNESCO einen der Höhepunkte der Kunst des Mittelalters", sagt Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD).

Das sieht auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) so: "Dass das Evangeliar in Trier ausgestellt ist, ist ein großer Schatz für die Stadt, aber auch für das gesamte Land."

Ada-Evangeliar mit Goldtinte geschrieben

Das Ada Evangeliar enthält den lateinischen Text der vier Evangelien, mit Goldtinte geschrieben und mit den Porträts der Evangelisten versehen. Nach Angaben der Experten knüpfen sie an das Modell antiker Kaiserporträts an - übertragen in einen christlichen Zusammenhang.  

Das Ada-Evangeliar ist eine Bilderhandschrift des Neuen Testaments aus der Malerschule am Hof Karls des Großen. Entstanden ist sie vor rund 1.200 Jahren in Aachen. Die Texte wurden mit goldener Tinte geschrieben.
Jetzt UNESCO-Weltdokumentenerbe: Das Ada-Evangeliar in Trier. Entstanden sind die Schriften vor rund 1.200 Jahren in Aachen.

Der Name "Ada" nimmt Bezug auf eine angebliche Schwester Kaiser Karls des Großen, so Experten der Trierer Bibliothek. Sie soll die Handschrift gestiftet und an die Trierer Abtei St. Maximin in übertragen haben. Dort lag der Kodex über nahezu eintausend Jahre bis zur Auflösung der Abtei im Zuge der Säkularisierung. Seit 1818 gehört das Ada-Evangeliar zu den bedeutendsten Schätzen der Wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier.

Einband aus purem Gold und Edelsteinen

Der kostbare Einband des Ada-Evangeliars stammt aus dem Jahr 1499. Stifter war Otto von Elten, der damalige Abt von St. Maximin. Der Einband ist aus Gold und Silber und mit Edelsteinen verziert. In der Mitte des Buchdeckels wurde ein geschliffener Stein aufgebracht. Er stammt aus der späten Antike und zeigt die Familie Kaiser Konstantins des Großen.

Das Ada-Evangeliar ist eine Bilderhandschrift des Neuen Testaments aus der Malerschule am Hof Karls des Großen und gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Entstanden sind die Schriften vor rund 1.200 Jahren in Aachen. Das Ada-Evangeliar gilt als die bedeutendste Bilderhandschrift der Zeit und als Hauptwerk dieser Schule.
Der prachtvolle Einband des Ada-Evangeliars in Trier: Die Mitte des Buchdeckels ziert ein geschliffener Stein aus der späten Antike. Er zeigt die Familie Kaiser Konstantins des Großen.

Antrag für UNESCO-Welterbe bereits 2017

Das Ada Evangeliar gehört zu insgesamt zehn karolingischen Bilderhandschriften aus der Hofschule Kaiser Karls des Großen. Die Trierer Bibliothek hatte vor sechs Jahren den Antrag auf Aufnahme der zehn Handschriften als UNESCO-Welterbe gemeinsam mit der französischen Nationalbibliothek Paris auf den Weg gebracht.

Die Werke werden heute in Archiven in Frankreich, Großbritannien, Österreich, Rumänien und Deutschland bewahrt, teilte die deutsche UNESCO-Kommission mit. Die Bibliothek in Trier hatte die Nominierung koordiniert.

Neben dem Ada-Evangeliar hat der Exekutivrat auch drei weitere Beiträge aus Deutschland in die nun 496 Dokumente im Welterbe aufgenommen: "Die Neuaufnahmen aus Deutschland sind in ihrer kulturellen Vielfalt wertvolle Quellen, die von der Entwicklung Europas im Mittelalter zeugen", sagt der Vorsitzende des Deutschen Nominierungskomitees.

Trierer "Codex Egberti" schon Weltdokumentenerbe

Seit 2004 ist auch der "Codex Egberti" Weltdokumentenerbe. Bei dem handschriftlichen Evangelienbuch mit 60 gemalten Bildseiten handelt es sich nach Angaben der Wissenschaftlichen Bibliothek in Trier um den ältesten erhaltenen deutschen Bilderzyklus zum Leben Jesu.

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