Ein Freiweilliger rettet in Mörsfeld Rehkitze vor der Mähwerk

Wärmebild spürt Rehe auf

Drei Rehkitze mit Hilfe einer Drohne gerettet

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Sibylle Jakobi
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Golo Schlenk

Es ist wieder soweit: Die Rehe bringen ihre Jungen zur Welt. Vor dem Mähen suchen nun ehrenamtliche Kitzretter mit Drohnen die Wiesen ab.

Das Gras bei Mörsfeld im Donnersbergkreis steht jetzt hoch und die Landwirte beginnen allmählich mit der Mahd. Im dichten Gras können sie aber die jungen Rehkitze nicht sehen. Die ducken sich nämlich bei Gefahr weg und drohen von den Mähmaschinen erfasst zu werden. Das endet für die Jungtiere oft tödlich.

Ein Pächter berichtet, dass im vergangenen Jahr schon die Mähmaschine kam, als noch gesucht wurde. Einem jungen Kitz wurde von den scharfen Messern alle vier Beine abgetrennt. Es musste getötet werden.

Moderne Technik hilft dabei, Rehkitze vor dem Mähmaschinen zu retten.
Moderne Technik hilft dabei, Rehkitze vor den Mähmaschinen zu retten.

Um das zu verhindern, ist jetzt Kitzretter Sven Bischoff vom Landesjagdverband in Mörsfeld. Um die gut versteckten kleinen Tiere zu finden, hat er sich Verstärkung in Form einer Wärmebild-Drohne geholt. Damit fliegt er über eine Wiese. Auf dem Kamerabild entdeckt er zwei rote Flecken: "Hier sieht man das alte Reh und der kleine Punkt müsste eigentlich relativ sicher ein Kitz sein."

Wärmebild-Drohne hilfreicher als Hunde

Bischoff lotst seinen Helfer Andreas Hahn über die Wiese an die richtige Stelle. Der sucht im dichten Gras und findet tatsächlich das erste Rehkitz. "Ich bin glücklich, wenn das Erfolg hat", so Hahn.

Wärmebildkamera spürt Rehkitze auf

Ohne die Wärmebildkamera wäre das Rehkitz sicher heute auf der Strecke geblieben, meint er. Beim einfachen Durchgehen wäre es sicher nicht gefunden worden. Und selbst Hunde können sie nicht aufspüren, weil die Rehkitze keinen Eigengeruch haben.

Sven Bischoff und seine Helfer sind seit drei Jahren als Kitzretter in der Nordpfalz unterwegs. Als Geschäftsführer des Landesjagdverbands hat er nun die Kitzretter in Rheinland-Pfalz miteinander vernetzt. Damit können die Landwirte jetzt überall im Land unterstützt werden. 40 Teams mit mehr als 80 Drohnen gibt es.

"Ohne Herzblut geht das nicht."

Bischoff selbst ist im Mai und Juni fast jeden Morgen als ehrenamtlicher Kitzretter unterwegs: "Ohne Herzblut geht das nicht. Man muss sich dann schon motivieren. Aber wenn man dann die Kitze gefunden hat und sie sind gesichert, ist das eine Riesenbefriedigung, dass die dann nicht gemäht wurden."

Wieder drei Rehkitze gerettet

Allein auf der etwa fußballfeldgroßen Wiese bei Mörsfeld finden sie an diesem Morgen drei Rehkitze. Sie werden vorsichtig in Kisten gesperrt, bis der Landwirt gemäht hat und danach in die Freiheit entlassen.

Die Landwirte sind gesetzlich verpflichtet, die Wiesen vor dem Mähen abzusuchen. Es könne sich in jeder Wiese, an jedem Platz ein Rehkitz verstecken, so Bischoff. Die meisten Teams arbeiteten ehrenamtlich, eine Spende sei aber natürlich willkommen. Aber das wichtigste für die Retter ist, dass sie die kleinen Tiere vor dem sicheren Tod bewahren.

Weinheim

Vor dem Amtsgericht Weinheim Vier Angeklagte nach Tod von Rehkitzen vor Gericht

In Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) müssen sich Ende Mai vier Bürger aus dem Odenwald vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Misshandlung von Tieren vor.

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