Im Kreis Mainz-Bingen sollen auch nach dem 15. Januar Nilgänse gejagt werden dürfen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Lennart Stock)

Mehr Abschussgenehmigungen möglich

Nilgänse zum Abschuss freigegeben - Kreis Mainz-Bingen verlängert Jagdzeit

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Nilgänse werden im Kreis Mainz-Bingen zunehmend zum Problem. Sie fressen Saatgut, vertreiben heimische Vögel und Liegewiesen sind voll von ihrem Kot. Jetzt soll es ihnen an den Kragen gehen.

In der Regel dürfen Nilgänse nur zwischen November und Mitte Januar bejagt werden. Landwirte im Landkreis Mainz-Bingen können aber nun auch danach noch Jagd auf Nilgänse machen, wenn ihnen durch die Vögel Schäden entstehen. Dafür müssen sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Für die Ausnahmegenehmigung zuständig ist die Untere Jagdbehörde des Landkreises Mainz-Bingen. Sie hält es sogar für nötig, Nilgänse zu bejagen, teilte sie dem SWR mit. Die Nilgans stammt aus Afrika, breitet sich aber seit mehr als zehn Jahren stark in der Region entlang des Rheins aus.

Nilgänse jagen? NABU ist zwiegespalten

Beim Naturschutzbund NABU Rheinauen sieht man die Sache etwas differenzierter. Einerseits würden Nilgänse andere Vogelarten verdrängen und auch Einfluss auf verschiedene Pflanzenarten nehmen, sagt Bardo Petry, 1. Vorsitzender des NABU Rheinauen in Bingen.

Andererseits sei der Naturschutzbund dem Tierschutz sehr verbunden, und dazu gehöre es dann eben nicht Tiere zu töten. Petry räumt aber ein, dass es im neu gebauten Naturschutzzentrum in Bingen ebenfalls Probleme mit den Nilgänsen gibt.

Nilgänse brüten bis zu drei Mal im Jahr

Die Vögel sind inzwischen standorttreu, das bedeutet, sie sind das ganze Jahr über in der Region entlang des Rheins. Sie brüten bis zu drei Mal im Jahr, erzählt Petry, bei jeweils drei Eiern im Nest vermehrt sich die Nilgans somit rasant. Man habe bereits versucht, sie zu vergrämen, ohne Erfolg. Die Tiere kämen immer wieder zurück zu ihren festen Plätzen.

Große Probleme in der Landwirtschaft

Nilgänse haben offenbar einen großen Appetit. Landwirte, die auf ihren Feldern entlang des Rheins beispielsweise Getreide aussäen, müssen oft mit ansehen, wie ihnen die Tiere die Aussaat auffressen oder die Felder zertrampeln. Auch deshalb hat die Untere Jagdbehörde nun die Ausnahmegenehmigung eingeführt.

Auf dem Gelände der Landesgartenschau ist alles voller Kot

Weiterhin unklar ist, wie beispielsweise die Stadt Bingen mit der großen Population der Nilgänse umgehen wird. "Bei uns tritt das Problem immer erst im Frühjahr und im Sommer auf", so ein Sprecher der Stadt.

Bei schönem Wetter gingen die Menschen in die Parks am Rheinufer, auch um sich dort auf die Wiesen zu legen. Das sei teilweise aber eine eklige Angelegenheit, denn häufig lägen dort die Hinterlassenschaften der Nilgänse. Dieses Problem habe man bisher nicht lösen können.

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SWR