In RLP gehen wieder mehr Menschen zur Krebsvorsorge. Am 4. Februar ist Weltkrebstag (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Uwe Anspach)

22 Prozent weniger Untersuchungen

Viele Versicherte in RLP haben ihre Krebsvorsorge verschoben

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In den vergangenen beiden Jahren der Corona-Pandemie haben viele Menschen ihre Krebsvorsorge verschoben. AOK und Deutsche Krebsgesellschaft registrierten 22 Prozent weniger Untersuchungen.

Vor allem bei Hautkrebs wurden im Jahr 2021 deutlich weniger Vorsorgetermine in Anspruch genommen (minus 10 Prozent) als 2019. Das ergab eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenversicherung AOK. Aber auch bei den Darmspiegelungen (minus sechs Prozent) reagierten die Versicherten zurückhaltend.

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Ärztemangel kein Thema bei der Krebsvorsorge

Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz zeigt sich aber dennoch zuversichtlich. In den Zahlen von 2022 sei schon zu erkennen, dass viele ihre Vorsorgetermine nun nachholten, sagte Andreas Bartels, der stellvertretende Vorstand der KV. Wie auch die AOK geht die KV davon aus, dass viele die Krebsvorsorge nicht wahrgenommen haben, weil sie eine Corona-Infektion in der Praxis vermeiden wollten.

Aber es ist sowieso schon schwer, einen Arzttermin zu bekommen. Haben Fachärzte denn überhaupt Zeit, Vorsorgetermine anzubieten? Das sei kein Problem, meint Bartels. "Die Vorsorgetermine werden den Ärzten sehr gut honoriert. Insofern bieten Ärzte sie gerne an. Manchmal ist es sogar so, dass die Vorsorge einen so großen Raum einnimmt, dass die Akutversorgung in der Praxis darunter leidet."

Deutsche Krebsgesellschaft ruft zur Vorsorge auf

Trotzdem will die Deutsche Krebsgesellschaft gemeinsam mit der AOK für das Thema sensibilisieren und hat den 28. November zum jährlichen "Tag der Krebsvorsorge" ausgerufen

"Wir wollen mit dem Tag der Krebsvorsorge einen Anstoß geben, dass dringend in der Pandemie versäumte Untersuchungen nachgeholt werden sollten“, erläutert die Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Dr. Martina Niemeyer. Aber grundsätzlich sei da noch Luft nach oben, mahnt sie. In den vergangenen zehn Jahren hätten nur etwa die Hälfte der Anspruchsberechtigten eine Darmkrebs-Früherkennung in Anspruch genommen. Beim "Vorsorge-O-Mat" der AOK kann man herausfinden, welche Krebsvorsorge man demnächst dringend machen sollte.

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