5.000 Kilometer durch die USA

Radrennen "Race Across America": Älteste Teilnehmer aus RLP

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Jessica Pfeiffer
Bild von SWR Multimediareadakteurin Jessica Pfeiffer aus dem SWR-Aktuell- Studio in Koblenz

Horst Luckey aus Melsbach und Friedrich Hager aus Emmelshausen fahren am Samstag beim härtesten Radrennen der Welt mit - als älteste Teilnehmer, die jemals gestartet sind.

5.000 Kilometer von Kalifornien an der Westküste der USA bis an die Ostküste nach Maryland: Beim "Race Across America" fahren die Teilnehmer in maximal neun Tagen durch drei Wüsten, vorbei an den Rocky Mountains, durch die Prärie in Kansas und die Appalachen - und das alles mit dem Fahrrad. Eine Wahnsinns-Tour, für die die Teilnehmer selbst ein bisschen wahnsinnig sein müssen, gibt Horst Luckey aus Melsbach bei Neuwied zu: "Der Mensch ist so gebaut, dass er auch ein bisschen Abenteuer sucht."

"Der Mensch ist so gebaut, dass er auch ein bisschen Abenteuer sucht."

Mit über 80 Jahren das älteste Team beim "Race Across America"

Horst Luckey aus Melsbach im Kreis Neuwied und Friedrich Hager aus Emmelshausen im Hunsrück gehen mit einem Viererteam an den Start. Die beiden anderen Teamkollegen, Paul Thelen und Roland Fuchs, kommen aus der Nähe von Aachen. Das Besondere an ihrem Team: Mit über 80 Jahren sind sie die ältesten Teilnehmer, die jemals bei dem Radrennen dabei waren.

Unterstützt werden die vier von einem mehrköpfigen Team. Ihr sportlicher Leiter Rolf Nett hat selbst schon am "Race Across America" teilgenommen und die Vierergruppe zusammengebracht. Aus seiner Sicht ist das Alter bei dem Radrennen kein Hindernis: "80-Jährige laufen normalerweise ein bisschen allein oder schwimmen. Aber Radfahren kann man in dem Alter noch auf einem Leistungsniveau als Team oder Gruppe."

Beim "Race Across America" fahren sie im Schichtsystem

Beim "Race Across America" fahren die Vier im Schichtsystem in Zweierteams. Das bedeutet: Acht Stunden lang ist ein Team dran, dann wird getauscht. Auch innerhalb des Zweierteams wechseln sich die Radfahrer stündlich ab: Einer fährt, während sich der andere ausruht.

Das erste Ü80-Team beim "Race Across America"

Erfahrungen auf dem Rad haben sie alle: Horst Luckey war schon beim Radmarathon von Trondheim nach Oslo dabei, Friedrich Hager fährt knapp 60.000 Kilometer im Jahr. Aber das Radrennen in den USA sei noch einmal eine ganz andere Herausforderung, sagt Hager: "In der Stunde, in der man fährt, muss man alles geben und das ist etwas ganz anderes als wenn ich 200 Kilometer Strecke fahre."

Größte Herausforderung beim Radrennen ist der Kopf

Seit März trainieren die vier für das Rennen - jeder mit seinem individuellen Trainings- und Ernährungsplan. Aber die körperliche Leistung ist nur eine Hürde. Entscheidend werde auch die Witterung sein, denn von Schneefall über starken Regen bis hin zu Sandstürmen könne alles passieren, sagt Horst Luckey.

"Körperlich habe ich überhaupt keine Angst - nicht mehr. Aber mental bin ich sehr besorgt."

Die größte Herausforderung wird aber der Kopf sein, meint Hager: "Körperlich habe ich überhaupt keine Angst - nicht mehr. Aber mental bin ich sehr besorgt. Ich habe schon einige Gedanken und bin - im Gegensatz zu Horst - schon etwas aufgeregt."

Das "Race Across America” beginnt am Mittwoch, dann starten die Einzelfahrer. Die Teams fahren am Samstag los. Das Ü80-Team berichtet von unterwegs unter anderem auf der Webseite der Gruppe und bei Instagram, Facebook oder Twitter.

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