Erfolgreiches Tourismusprojekt feiert Jubiläum

Zehn Jahre Geysir-Erlebniszentrum in Andernach

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Was passiert, wenn man eine Mineralwasserflasche schüttelt? Seit zehn Jahren kann man das bei Andernach live erleben - wenn der größte Kaltwassergeysir der Welt seine Fontäne in die Luft schleudert.

Der Geysir in Andernach ist mit einer Fontäne mit einer Höhe von 50 bis 60 Metern der höchste Kaltwassergeysir der Erde. Er liegt im Naturschutzgebiet auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach. Seit Ende März 2009 ist er touristisch voll erschlossen, damals wurde das neue Erlebniszentrum Geysir Andernach eröffnet.

Im Erlebniszentrum wird den Besuchern das Naturphänomen zunächst spielerisch erklärt. Danach fahren die Besucher mit einem Schiff auf den Namedyer Werth und sehen mit eigenen Augen, wie der Geysir springt.

Wie funktioniert der Kaltwassergeysir?

Im Prinzip funktioniert der Kaltwassergeysir in Andernach ähnlich wie eine Mineralwasserflasche, die geschüttelt wird. Wenn man sie öffnet, sprudelt sie über. Grund dafür ist, dass in der geschlossenen Flasche ein höherer Druck als in der Umgebung herrscht. Dadurch löst sich im Wasser viel Kohlenstoffdioxid. Wenn die Flasche geöffnet wird, verringert sich der Druck und das gelöste Kohlenstoffdioxid steigt in Form kleiner Bläschen nach oben. Dabei reißt es das Wasser mit, das als kleine Fontäne aus der Flasche schießt.

Eine Voraussetzung für den Kaltwassergeysir ist das 350 Meter tiefe Bohrloch auf dem Namedyer Werth. Es füllt sich ständig mit Grundwasser, das mit Kohlenstoffdioxid aus dem Gestein gesättigt ist, das durch Vulkanausbrüche in der Region entstanden ist. Etwa alle 100 Minuten ist der Druck so groß, dass der Geysir ausbricht.

Vor mehr als 100 Jahren entdeckten die Andernacher das einizigartige Naturphänomen, als sie auf der Rhein-Halbinsel Namedyer Werth aufsteigende Gasblasen beobachteten. Nach einer Bohrung 1903 konnte man den "Namedyer Sprudel" - wie er damals hieß - in regelmäßigen Abständen bewundern.

Lange Geschichte des "Namedyer Sprudels"

Der Bau der nahen Bundesstraße 9 machte dem Sprudel jedoch 1957 ein Ende: Er wurde verschlossen. Erst 2001 wurde an einer anderen Stelle wieder gebohrt und der Geysir später reaktiviert. Vorher gab es juristische Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Andernach als Eigentümerin und Naturschützern um die Frage, ob der Namedyer Werth touristisch erschlossen werden durfte. 2005 einigten sich beide Parteien in einem Vergleich.

Danach gab es ein paar Jahre lang nur einige Fahrten im Rahmen des "Geysir-Sommers", bei dem Einheimische und Touristen den wiederbelebten Geysir hautnah erleben konnten. Inzwischen ist das die ganze Saison über für jeden Besucher möglich.

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