Deutsch-brasilianische Regierungskonsultationen: Wirtschaft wartet auf Freihandelsabkommen

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Lissy Kaufmann

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Bundeskanzler Scholz hat den brasilianischen Präsidenten Lula da Silva anlässlich der Regierungskonsultationen beider Länder im Kanzleramt empfangen. Die deutsche Wirtschaft sieht die Entwicklungen der Beziehungen mit Brasilien optimistisch. Für Ingo Kramer, den Vorsitzenden der Lateinamerikainitiative der Deutschen Wirtschaft, sind die aktuellen Zahlen "positiv, aber nicht das Ende unserer Möglichkeiten". Seit 2019 ist das Mercosur-Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay fertig ausgehandelt aber noch nicht ratifiziert. "Nun muss man irgendwann auch mal den Sack zumachen", fordert Kramer. Den anhaltenden Streit um Umweltauflagen für südamerikanische Bauern und mögliche Strafandrohungen von Seiten der EU kritisiert Kramer scharf:

"Wenn diese Menschen einen Hauch von Kenntnis von diesen Staaten hätten, dann wüssten sie, dass die Südamerikaner und insbesondere Brasilien in ihrer Nutzung regenerativer Energien weit, weit voraus sind vor uns Deutschen und uns Europäern. Die haben vor Jahrzenten schon angefangen, ihre Wirtschaft und ihr gesellschaftliches Leben auf regenerative Energien umzustellen, während wir hier noch diskutiert haben, ob man sowas überhaupt braucht."

Warum er den Verweis auf die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes im Zusammenhang mit Umweltauflagen nur bedingt gelten lässt, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Lissy Kaufmann.

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Lissy Kaufmann