Eine Nahaufnahme einer Kriebelmücke. Forscher gehen davon aus, dass Kriebelmücken in Zukunft häufiger vorkommen werden.

Scharfe Minizähne raspeln Haut auf

Gefährlicher Biss der Kriebelmücke - Tipps gegen Entzündung

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Sabine Stöhr
Porträtfoto der SWR4 Moderatorin Sabine Stöhr, lächelnd
Florian Doetsch
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Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele

Forschende warnen vor einer Zunahme von Kriebelmücken: Sie sind winzig, aber Ihre Bisse tun weh, die Wunden können sich entzünden und auch allergische Reaktionen sind möglich.

Sobald es warm wird, können uns die zwei bis sechs Millimeter kleinen Kriebelmücken plagen. Vor allem in warmen bis heißen und feuchten Sommern fühlen sich die Insekten wohl.

Anders als Stechmücken legen Kriebelmücken ihre Eier nicht in stille, sondern in fließende Gewässer, etwa in Bäche und Flüsse. Kühe, Pferde oder anderes Vieh auf der Weide sind dort in der Nähe ihre bevorzugte Nahrungsquelle. Aber auch der Mensch wird gerne angefallen.

Forschende der Goethe Universität und des Senckenberg Biodiversität- und Klimaforschungszentrums Frankfurt erwarten, dass die Zahl dieser Blutsauger in Deutschland zunimmt. Die Studie ist im Fachjournal "Science of the Total Environment" erschienen.

Nach einem Biss: Haut verfärbt sich rot und blau

Die weiblichen Kriebelmücken raspeln mit ihren scharfen, kleinen Zähnchen die Haut von Mensch und Tier auf. Durch dieses Raspeln entsteht eine Wunde, die schmerzt. Es handelt sich also nicht um einen Stich wie bei anderen Insekten, sondern um einen Biss.

Anschließend kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Eiweißgemisch, das die Kriebelmücke dort injiziert, kommen. Oder - recht häufig - verursachen Bakterien in der Wunde eine Infektion: Die Haut schwillt dann stark an und kann sich rot und blau verfärben.

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Kühlung hilft, Gel oder eine Zwiebelscheibe

Nach dem Biss einer Kriebelmücke hilft Kühlung. Wer ein Gel oder eine Salbe – auch mit Cortison - zu Hause hat, sollte dies auftragen.

Auch die ätherischen Öle von Zwiebeln können etwas ausrichten: Einfach aufschneiden und die Zwiebel auf den Biss legen.

Wird man draußen in der Natur, etwa bei einem Spaziergang, gestochen, ist wichtig:

  • Auf jeden Fall den Biss desinfizieren – das geht auf die Schnelle auch erstmal mit etwas Spucke.
  • Dann den Biss kühlen.
  • Die betroffenen Stellen unbedingt genau beobachten.

Wenn sich die Wunde entzündet oder man Kreislaufprobleme bekommt, sollte man besser zum Arzt gehen.

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Schutz vor Kriebelmücken: Kleidung oder Spray mit DEET

Kriebelmücken mögen keine geschlossenen Räume. Deshalb ist man drinnen eher in Sicherheit vor ihnen.

Draußen schützt am besten lange Kleidung vor den Zähnchen des Insekts. Denn anders als die Stechmücke - mit ihrem Rüssel - kann die Kriebelmücke nicht durch Stoff durchbeißen.

Wem lange Kleidung zu warm ist, der kann es auch mit herkömmlichen Mückensprays versuchen - mit dem Wirkstoff DEET. Dieser Wirkstoff sollte die Kriebelmücken von der Landung auf der Haut abhalten.

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Warum steigt die Zahl der Kriebelmücken so extrem und wo genau?

Einige Kriebelmücken-Arten lieben die Wärme. Weil es bei uns aufgrund des Klimawandels immer wärmer wird, gibt es auch immer mehr Kriebelmücken.

Sie leben vor allem auf dem Land, an Bächen und Flüssen. Die Tiefland-Arten der Kriebelmücke mögen beispielsweise den Oberrheingraben. Je wärmer die Umgebung und das Wasser wird, desto schneller entwickeln sich die Larven.

So können gleich mehrere Mückengenerationen innerhalb eines Jahres produziert werden. Sie werden dann im Sommer genauso zu Plagegeistern wie die altbekannte Steckmücke.

 

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