Ein Bauarbeiter ist auf der Baustelle eines Reihenhauses beschäftigt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Arne Dedert)

EZB Zinsentscheidung

Bauzinsen steigen - was Sie wissen müssen

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Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Leitzins in der Eurozone ab Juli anheben. Die Bauzinsen steigen jedoch bereits seit Frühjahr. Wir erklären, warum.

Die amerikanische Notenbank hat als erste Nationalbank damit begonnen, die Zinsen anzuheben - das hat sich bereits auf die Zinserwartungen im Frühjahr bei uns und in anderen Ländern weltweit ausgewirkt. Jetzt hat auch die Europäische Zentralbank (EZB) erste Schritte in Richtung Zinswende angekündigt - nicht sofort, sondern eher ab Herbst.

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Drei Gründe für steigende Bauzinsen

Bauzinsen hängen nur indirekt am Leitzins und orientieren sich stärker an den Zinsen auf deutsche Staatsanleihen. Die sind bereits seit Januar kräftig gestiegen - und mit ihnen deshalb auch die Zinsen für Baukredite. Hier wurde die Zinsentwicklung also bereits vorweggenommen. Auch die Leitzins-Erhöhung der EZB wird sich vermutlich auf die Immobilienkredite auswirken, sodass die Bauzinsen wohl auch längerfristig weiter steigen werden.

Dazu kommt, dass die Finanzaufsicht BaFin inzwischen mehr Eigenkapital und höhere Garantien für Baukredite verlangt. Auch das verteuert den Zins.

Der dritte - und möglicherweise entscheidende - Grund für SWR-Wirtschaftsredakteur Lutz Heyser ist aber, dass Baufinanzierungen für Banken derzeit ein gutes Geschäft sind. Sprich: Die Banken drehen seit Anfang des Jahres an der Zinsschraube, um ihre Einnahmen zu erhöhen.

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Immobilieninteressenten sollten auch bei steigenden Zinsen Ruhe bewahren

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, sollte sich nicht davon nervös machen lassen, dass von einer Zinswende die Rede ist und ein Baukredit möglicherweise bald teurer wird. Denn ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, ist für die meisten Menschen die mit Abstand größte Investition in ihrem Leben. Eine solche Entscheidung sollte daher immer gut durchdacht und abgewogen werden.

Wer bereits eine passende Immobilie gefunden hat, sollte sich zügig Angebote mehrerer verschiedener Banken und Kreditvermittler einholen und auch auf öffentliche Förderprogramme etwa von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) achten. Teils gibt es dort günstige Zinsen für spezielle Projekte. Auf diese Weise ist es möglich, einen Baukredit aufzusplitten und so Zinsen und Geld zu sparen.

Ein Immobilien-Kauf lohnt sich nicht immer

Ob Kaufen oder Mieten vernünftiger ist, kann nicht allgemein beantwortet werden. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob und in welcher Stadt sich jemand finanziell für lange Zeit binden will. Die Entscheidung hängt zudem davon ab, ob ein passendes Haus oder eine passende Wohnung in einem auch preislich möglichen Rahmen verfügbar wären. In Ballungsräumen ist die Situation in der Regel komplett anders als im ländlichen Raum.

Wenn die Preise für einen Immobilienkauf bereits sehr hoch sind, möglicherweise sogar zu hoch, raten Finanzexperten, lieber zu mieten als zu kaufen. So bleibt man flexibler, wenn sich die Marktlage wieder ändern sollte.

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Immobilien-Preise könnten in einigen Regionen auch wieder sinken

Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die Preise in den kommenden Jahren eher wieder etwas zurückgehen werden. Wer also noch warten kann, könnte später von günstigeren Preisen profitieren. Sicher ist das allerdings nicht - denn wie es tatsächlich kommt, ist derzeit noch schwer vorherzusehen.

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