Hinweisschild an einer Wasserstofftankstelle: In Schwäbisch Gmünd entsteht eine Anlage zur Produktion von Wasserstoff. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Peter Gercke)

Wasserstoffproduktion soll 2024 beginnen

Schwäbisch Gmünd: "Meilenstein" bei Wasserstoff-Projekt

STAND
AUTOR/IN

In Schwäbisch Gmünd entsteht eine Anlage zur Produktion von Wasserstoff. Sie soll auch einen Industriepark versorgen. Das Vorhaben gehört zum Projekt "Hy-Five".

Der französische Wasserstoffhersteller Lhyfe hat den Zuschlag für eine 10.000 Quadratmeter große Industriefläche in Schwäbisch Gmünd bekommen. Dort will das Unternehmen eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff bauen. Der Standort in Schwäbisch Gmünd soll 2024 in Betrieb gehen und täglich bis zu vier Tonnen grünen Wasserstoff herstellen. Die Energie dafür soll aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen stammen. Geplant sei auch der Aufbau einer Wassertankstelle und der Aufbau eines Wasserstoffversorgungsnetzes für Betriebe im benachbarten Industriegebiet Gügling, sagte Stadtsprecher Markus Herrmann am Donnerstag dem SWR.

Für den Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold bringt die Firma den nötigen Schub für den geplanten Industriepark.

"Wir wollen mit "H2 Aspen Greater Stuttgart" regionalen Unternehmen eine optimale, klima- sowie zukunftsfähige Quartierslösung anbieten."

In dem Industriepark sollen sich überwiegend Unternehmen und Einrichtungen ansiedeln, die sich im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik engagieren. Man sei derzeit mit weiteren Partnern im Gespräch, so Herrmann.

Leitungen für flüssigen Wasserstoff. Der französischer Wasserstoffhersteller Lhyfe kommt nach Schwäbisch Gmünd (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Jan Woitas)
In Schwäbisch Gmünd entsteht ein Industriepark, für den grüner Wasserstoff zur Verfügung stehen soll. Eine Herstellerfirma ist nun gefunden. Im Bild: Leitungen für flüssigen Wasserstoff. picture alliance/dpa | Jan Woitas

Schwäbisch Gmünd gehört zur "Modellregion Grüner Wasserstoff"

Die Bestrebungen hin zum grünen Wasserstoff kommen nicht von ungefähr. Die Stadt Schwäbisch Gmünd gehört mit dem Projekt "Hy-Five" zu einer von zwei "Modellregionen Grüner Wasserstoff" - einem Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg. Das Projekt läuft von 2022 bis 2027. Es stehen Fördermittel von insgesamt 47 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Ablauf der Förderung will das Land die Projekte auf eigenen Beinen stehen sehen. Eine der beiden Regionen umfasst die Landkreise Reutlingen, Alb-Donau, die Stadt Ulm und die angrenzenden Landkreise Ostalbkreis mit Schwäbisch Gmünd sowie Heidenheim und Tübingen. In ihnen wird das Projekt "Hy-Five" umgesetzt. Die zweite Modellregion Stuttgart plant unter anderem eine Wasserstoffpipeline entlang des Neckars.

Ulm

Umweltministerium hat entschieden Ulm und Alb-Donau-Kreis Modellregion für grünen Wasserstoff

Die Stadt Ulm soll gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis und dem Kreis Reutlingen zu einer Modellregion für grünen Wasserstoff werden. Ziel: die Akzeptanz von Wasserstoff als Energieträger erhöhen.  mehr...

Schwäbisch Gmünd: "Meilenstein" bei Wasserstoff-Projekt

Die Ansiedlung des französischen Unternehmens Lhyfe sei ein "Meilenstein" auf dem Weg zur Wasserstoffwirtschaft. Innerhalb des Projektes Hy-Five sind eine Vielzahl einzelner Projekte geplant: Beispielsweise arbeiten die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm an Wasserstoffproduktion und -transport, wie auch die Stadtwerke Rottenburg oder Tübingen. Und die Technische Hochschule Ulm kümmert sich gemeinsam mit Iveco Magirus und weiteren Speditionen um das Thema Wasserstoff Logistik inklusive Flottentest und Betankungsinfrastruktur.

Betankung eines Elektroautos, das seinen Strom aus Wasserstoff bezieht. Der französischer Wasserstoffhersteller Lhyfe kommt nach Schwäbisch Gmünd. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck)
Der französische Wasserstoffhersteller plant auch eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck

Gmünd: Industriepark mit grüner Wasserstoffproduktion

Schwäbisch Gmünd hat sich innerhalb des Projektes zum Ziel gesetzt, einen Industriepark aufzubauen, in dem auch grüner Wasserstoff hergestellt wird. Dieser Wasserstoff sollte zusätzlich nicht nur lokal in eine Infrakstruktur fließen, sondern auch überregional an eine Pipeline angebunden werden. Die französische Firma Lhyfe erfülle nun diese Vorgaben, hieß es dazu.

Auf einem großen Speicher auf dem Gelände eines Hybridkraftwerks ist die Aufschrift "Wasserstoff" zu lesen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Monika Skolimowska)
Ohne Speicher wird es kaum gehen: Bis zu vier Tonnen Wasserstoff pro Tag sollen am Standort Schwäbisch Gmünd produziert werden. Lhyfe will nach eigenen Angaben Deutschland bis 2025 flächendeckend mit grünem Wasserstoff versorgen. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Monika Skolimowska

Firma Lhyfe: Deutschland flächendeckend mit grünem Wasserstoff versorgen

Das Unternehmen hat ehrgeizige Ziele: Nach eigenen Angaben will es Deutschland bis 2025 flächendeckend mit grünem Wasserstoff versorgen. Lhyfe ist bereits in mehreren Ländern Europas aktiv und arbeitet unter anderem mit der Deutschen Bahn und Siemens Mobility zusammen.

Ulm

1,8 Millionen Euro Zuschuss vom Bund Uni Ulm forscht an Wasserstoff-Antrieb für Flugzeuge

Die Universität Ulm bekommt vom Bund 1,8 Millionen Euro für die Entwicklung von wasserstoff-elektrischen Antrieben für Flugzeuge. Das hat die Universität am Montag mitgeteilt.  mehr...

Ulm

Neue Brennstoffzellen-Forschungsfabrik "HyFaB" Ulmer Forscher arbeiten an "Wasserstoff-Revolution"

Brennstoffzellen sind die Zukunft der Mobilität. Forschende am ZSW in Ulm suchen nach Lösungen, um sie schon bald in Serie zu produzieren. Jetzt entsteht dort noch ein weiteres Gebäude.  mehr...