Skitourismus und Klimawandel am Feldberg (Foto: SWR)

Wird Skifahren im Schwarzwald teurer?

So will das Skigebiet Feldberg Energie sparen

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Ina Held
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Paula Zeiler

Die Feldbergbahnen im Schwarzwald wollen in der kommenden Wintersportsaison Energie sparen. Bleiben Skilifte und Schneekanonen nun aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Das Thema Energiekrise beschäftigt auch die Betreiber am Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), dem größten Skigebiet Baden-Württembergs. Denn Schneekanonen sind echte Energiefresser. Auch Skilifte brauchen viel Energie. In beiden Bereichen will das Unternehmen Feldbergbahnen diesen Winter Energie einsparen. Aber Wintersportfans müssen sich keine Sorgen machen: Schneekanonen und Skilifte werden nicht flächendeckend abgestellt.

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Müssen die Skilifte am Feldberg abgestellt werden?

Im Winter sind im Skigebiet in der Regel 14 Lifte und Bahnen offen. Wenn wenig los ist, planen die Feldbergbahnen, die Lifte auch einmal stehenzulassen. Das heißt auch, der Pistenbully muss nicht so oft fahren und die Piste präparieren. Daraus folgt weniger Spritverbrauch. Der Geschäftsführer Julian Probst gibt aber Entwarnung: "Wenn viel los ist an den Wochenenden bei schönem Wetter müssen wir Lifte dann doch öffnen, damit auch alle bedient werden." Die Zahl der geöffneten Lifte soll an die Nachfrage angepasst werden.

Ebenfalls in Planung: Die Bahnen sollen langsamer laufen. Eine Fahrt mit der Zeigerbahn würde dann nicht mehr drei, sondern knapp fünf Minuten dauern.

Bleiben die Schneekanonen am Feldberg diese Saison aus?

Vermutlich bleiben die Schneekanonen am Feldberg nicht ausgeschaltet. Ohne sie sei ein Skibetrieb fast nicht möglich, so der Liftbetreiber Julian Probst. Für den Bürgermeister der Gemeinde Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Johannes Albrecht, ist bei der künstlichen Beschneiung die Energiebilanz eigentlich völlig in Ordnung.

"Am Feldberg brauchen wir für die Beschneiung des gesamten Winters weniger Energie als ein Flug von Deutschland nach Mallorca.“

Gibt es zusätzliche Energiefresser?

Auch für Umweltschützer ist der künstliche erzeugte Schnee am Feldberg nicht das größte Problem, wenn es um das Thema Energieverschwendung geht. Für Stefan Auchter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Südlicher Oberrhein ist es vielmehr die Masse an Menschen, die aus dem ganzen Land auf den Berg stürmt. "Was mir eigentlich mehr Sorgen macht, ist: Diese Schneekanonen brauchen zwar viel Energie, aber sie verlängern vor allem die Skisaison. Und das bedeutet, dass viel, viel mehr Leute auf den Berg fahren, in der Regel mit eigenen Pkw." Umsteigen auf den Bus, der aktuell einmal in der Stunde auf den Feldberg fährt, ist vielen gerade im Winter zu unbequem. Die Gemeinde Feldberg fordert deshalb schon lange einen besseren Fahrplan.

Ein Skifahrer vor einer Schneekanone auf einem schmalen weißen Schneestreifen, links und rechts grüne Wiese. (Foto: SWR, picture-alliance / dpa - Angelika Warmuth)
Schneekanonen verlängern die Skisaison künstlich. Umweltschützer machen die Menschenmassen Sorgen. picture-alliance / dpa - Angelika Warmuth

Wird das Skifahren am Feldberg teurer?

Ja, das Skifahren am Feldberg wird teurer. An Wochenenden, wenn viel los ist, wird das Ticket mehr kosten als unter der Woche. Ob das ausreicht? Dazu sagt Julian Probst: "Es ist schon ein Teil der Kosten, der durch Energie bei uns entsteht. Wenn der natürlich ins Unermessliche wandert, werden wir uns auch irgendwann die Frage stellen, wann die ganze Geschichte überhaupt noch wirtschaftlich ist.“ Noch aber ist man optimistisch bei den Feldbergbahnen, dass es mit der Wintersaison klappt.

Für die Feldbergbahnen im größten Skigebiet in Baden-Württemberg bleibt es ein Zwiespalt: Sie wollen einerseits sparsam sein und andererseits die finanziellen Verluste aus den Corona-Jahren wettmachen.

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