Saal des Landgerichts Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Opfer wollte sich trennen

Landgericht Stuttgart: Lebenslänglich für Mord an Ehefrau in Ostfildern-Kemnat

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Das Landgericht Stuttgart hat einen Mann wegen Mordes an seiner Ehefrau zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte sie im August 2021 erschossen.

Das Stuttgarter Landgericht ist davon überzeugt, dass der 55-Jährige im vergangenen August in Ostfildern-Kemnat (Kreis Esslingen) seiner Frau im Wohnzimmer zweimal in den Brustkorb geschossen hat. "Sie wollten sie töten", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung zum Angeklagten. Nach Ansicht des Gerichts wollte der Mann seine Frau dafür bestrafen, dass sie ihn mit den beiden gemeinsamen Kindern verlassen wollte. Kurze Zeit später starb die 34-Jährige noch am Tatort. Der Ehemann alarmierte kurz nach der Tat selbst die Einsatzkräfte und ließ sich festnehmen.

Motiv: Ehefrau wollte Mann verlassen und die Kinder mitnehmen

Obwohl die Ehefrau zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern ihren Mann verlassen wollte, lebte sie zum Tatzeitpunkt noch in der gemeinsamen Wohnung. "Sie wollten sie bestrafen, dass sie die Kinder mitnimmt", sagte der Richter dem Angeklagten. Vor der Tat habe er sich nicht um die gemeinsamen Kinder gekümmert. Stattdessen habe er seiner Frau eine Affäre mit seinem Neffen unterstellt.

Verteidigung plädierte auf Totschlag

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Innerhalb von einer Woche kann Revision eingelegt werden. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe wegen Totschlags plädiert.

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