Newszone-App (Foto: SWR)

SWR unterliegt vor Gericht

Newszone-App zu presseähnlich

Stand
AUTOR/IN
Max Bauer

Das Landgericht Stuttgart hat im Eilverfahren entschieden, dass die Nachrichten App "Newszone" in ihrer ursprünglichen Form zu presseähnlich ist.

Der SWR-Jugendsender "DasDing" hat die App "Newszone" entwickelt, als Nachrichtenangebot für junge Menschen. Die App informiert nicht nur über Politik, sondern auch über "Stars und Influencer". So will der SWR junge Nutzerinnen und Nutzer besser erreichen. Gegen die App geklagt haben 16 Zeitungsverlage aus dem Südwesten. Der öffentlich-rechtliche Sender mache den Verlagen mit "Newszone" unzulässige Konkurrenz. Holger Paesler, Geschäftsführer des Verbandes südwestdeutscher Zeitungsverleger, bringt vor, dass die App des SWR mit zu viel Text zu "presseähnlich" sei.

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Die Verlage trugen außerdem vor: Die App des SWR sei ein ganz neues Angebot und hätte deshalb extra genehmigt werden müssen. Zwar greife die App "Newszone" auch Inhalte des Onlineauftritts von DASDING.de auf und vernetze diese. Trotzdem sei die App ein eigenständiges Angebot des SWR-Jugendsenders. Dem widersprach der Anwalt des SWR heute in der Verhandlung vehement: Über die "Newszone"-App kämen die Nutzer zu allen Inhalten des Jugendsenders DasDing und die seien bereits genehmigt, es brauche keine neue Genehmigung.

Landgericht Stuttgart entscheidet über ursprüngliche Form der App

Das Landgericht Stuttgart hat heute im Eilverfahren gegen den SWR entschieden und die ursprüngliche Form der Newszone-App untersagt. Die vorläufige Entscheidung bezieht sich also nur auf die ursprüngliche Form der App vom April 2022. Das Gericht betont, dass es sich nicht mit der App in seiner heutigen Ausgestaltung befasst hat. SWR-Indendant Kai Gniffke sagte nach der Entscheidung, dass das journalistische Konzept der App "Newszone" dem Sender weiterhin wichtig sei: "Dem SWR ist es wichtig, ein Angebot für die Menschen zu machen, die in den nächsten 20 bis 30 Jahren Verantwortung für dieses Land übernehmen. Das sind die heute jungen Menschen, die haben wir mit Nachrichtenformaten zu versorgen und zwar in einer Form, die sie auch anspricht und deshalb ist es im Dienste auch unseres Landes, dass wir solche Angebote machen", so Kai Gniffke.

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Max Bauer