Frau steckt Stimmzettel in Wahlurne (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wahlen zuvor zweimal abgesagt

Im dritten Anlauf: Michael Matzak neuer Bürgermeister von Birenbach

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Aller guten Dinge sind drei? Gleich zwei Mal machten formelle Patzer die Wahl des Bürgermeisters in Birenbach (Kreis Göppingen) zunichte. Beim dritten Anlauf soll alles geklappt haben.

Nach zwei missglückten Versuchen haben die Bürgerinnen und Bürger der 1.956-Einwohner-Gemeinde Birenbach am Sonntag Michael Matzak zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Der 32-Jährige setzte sich laut vorläufigem Ergebnis mit 64,94 Prozent der Stimmen gegen seine Mitbewerber durch. Er arbeitete bisher als Beamter bei Vermögen und Bau - einem Landesbetrieb des Finanzministeriums - und ist seit 2014 Gemeinderat in Birenbach.

Rathaus in Birenbach seit über einem Jahr ohne Bürgermeister

Bereits seit Monaten war der Chefsessel der kleinen Gemeinde unbesetzt. Der bisherige Bürgermeister ist nach Angaben des Landratsamtes Göppingen seit September 2021 krankgeschrieben. Im August hat die Behörde schließlich einem Antrag auf Entlassung stattgegeben.

Erste Panne: Frist falsch angegeben

Die Suche nach einem Nachfolger scheiterte bereits zweimal an formalen Missgeschicken. Ein erstes Mal zur Urne schreiten sollten die Birenbacherinnen und Birenbacher am 7. August. Weil die Gemeinde in der Ausschreibung aber den Fristbeginn für Bewerbungen falsch angab, musste die Wahl verschoben werden. Die Ausschreibung wäre sonst anfechtbar gewesen, erklärte eine Sprecherin.

Zweite Panne: Ausschreibung verstieß gegen Vorgaben

Auch der zweite Versuch schlug fehl. Bei der für den 25. September geplanten Wahl wurde der Gemeinde erneut ein Verstoß gegen die formalen Vorgaben zum Verhängnis. Die Ausschreibung wurde zunächst ohne Datum auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht und verstieß auch inhaltlich gegen kommunalrechtliche Vorgaben, teilte das Landratsamt dazu mit. Dass das Landratsamt eine Wahl absage, sei äußerst selten und in den vergangenen Jahren nicht vorgekommen. Während der Pandemie sei eine Wahl lediglich von Kommunen verschoben worden, sagte die Sprecherin.

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SWR