Rund 100 Infotafeln am Rhein aufgestellt

Aktionswoche "Gemeinsam gegen Kippendreck" in Mannheim

Stand

Von Autor/in Isabel Handrich

Kampf gegen Zigarettenstummel in Mannheim. Eine Aktionswoche soll die Stadt von "Kippen" befreien und aufklären, wie schädlich Zigarettenstummel für die Umwelt sind.

Noch einmal ziehen und dann die Zigarette einfach wegwerfen. Trotz Bußgeldern passiert das auch in Mannheim immer wieder. Deshalb macht die Aktionswoche "Gemeinsam gegen Kippendreck" darauf aufmerksam, dass weggeworfene Zigaretten nicht nur die Landschaft verschandeln, sondern auch schädlich für die Umwelt sind.

Eine Woche lang sammeln Mannheimerinnen und Mannheimer bei gemeinsamen Aktionen Zigaretten-Reste. Am kommenden Freitag gibt es eine große Abschluss-Veranstaltung auf dem Mannheimer Marktplatz. Dabei sollen dann die gesammelten "Kippen" in einer großen Plexiglas-Säule ausgestellt werden, um das Ausmaß der Verschmutzung zu zeigen. 

Infotafelen am Rhein sollen aufklären

Den Auftakt der Woche machte aber eine andere Aktion. Am Freitag wurden am Mannheimer Rheinufer Infotafeln enthüllt, damit "Kippen" möglichst erst gar nicht auf dem Boden laden.

Infotafeln mit Fakten zu Zigarttenresten
Insgesamt sollen mehr als 100 Infotafeln am Rhein verteilt werden.

Der Standort am Rhein ist kein Zufall, erklärt Alexander Baum von den Surfridern Baden-Pfalz.

Wind, Regen und Hochwasser sorgen dafür, dass die Zigaretten hier früher oder später im Wasser landen.

Wer auf einer der Bänke sitzt - vielleicht dabei sogar eine Zigarette raucht - soll über die schädlichen Wirkungen von Zigarettenstummel für die Umwelt aufgeklärt werden, so die Hoffnung der Initiatoren.

Chemie in Zigarettenfiltern, Akkus in E-Zigaretten

Der Filter einer Zigarette beinhalten Chemikalien, die besonders schädlich für Wasserlebewesen sind. Durch "Kippen" gelangen zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ins Wasser, Metallverbindungen, Phthalate, Nikotin oder flüchtige organische Verbindungen. Dort können sie Fische, Amphibien, Weichtiere oder Wasserinsekten in Wachstum, Fortpflanzung und Verhalten schädigen.

Eine einzige Zigarette könne bis zu 40 Liter Grundwasser verunreinigen, erklärt Alexandra Kriegel. Sie leitet den Stadtraumservice in Mannheim. Ihr Team sammele jedes Jahr etwa drei Millionen Zigaretten ein, gut die Hälfte davon vom Boden. Sie und ihr Kollege Petar Drakul wissen um das Problem.

Wer im Jahr 2024 noch Kippen wegwirft, ist einfach nur asozial.

Auch E-Zigaretten würden zunehmend zum Problem. Hier sind es vor allem Bauteile wie Batterien und Akkus, die umweltschädlich sind.

Bußgelder für "Kippen-Schnipper"

Das Problem mit weggeworfenen "Kippen" gibt es in vielen Städten. Erst am Mittwoch hatte die Stadt Schwetzingen angekündigt, dass sie dagegen nun härter vorgehen will. Der Ordnungsdienst werde künftig verstärkt Raucherinnen und Raucher ansprechen und sie darauf hinweisen, wie Zigaretten korrekt entsorgt werden. Wer in Schwetzingen dann erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen. Schließlich handele es sich bei Filterzigaretten um hochgiftigen Plastikmüll.

In Mannheim wurde bereits 2019 das Bußgeld erhöht. Bis zu 75 Euro kann es kosten, eine Zigarette achtlos auf die Straße zu werfen. Offenbar reicht dieses drohende Bußgeld aber nicht. Schwer ist außerdem die Umsetzung, erklärt Alexandra Kriegel. Schließlich kann man bei mehr als 300.000 Menschen in einer Stadt nicht jeden "Kippen-Schnipper" erwischen. Es gehe auch darum, ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen.

Die Aktionswoche wird von einem Bündnis der Organisationen Surfrider Baden-Pfalz, RhineCleanUp und FutuRaum veranstaltet zusammen mit dem Stadtraumservice Mannheim. Die Aktionswoche dauert vom 2. bis zum 9. August.

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Bußgelder werden erhöht Aktion in Tübingen macht weggeworfenen Müll sichtbar

Zigarettenkippen, Essensschachteln, Flaschen - alles wird achtlos weggeworfen. Am Morgen ist meist alles wieder sauber. Nun hat eine Aktion die Müllberge sichtbar gemacht.

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