Second Hand Kaufhaus der Aufbaugilde in Heilbronn (Foto: SWR)

Auch Angebote für Langzeitarbeitslose vor dem Aus

Wegen Sozialkürzungen: Aufbaugilde Heilbronn muss Jobs streichen

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Die Aufbaugilde Heilbronn streicht Angebote für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. Grund sind Kürzungen im Sozialbereich. Das führt sogar zu betriebsbedingten Kündigungen.

Der Geschäftsführer der Aufbaugilde Heilbronn, Gerald Bürkert, spricht von "verheerenden Auswirkungen", die die Kürzungen des Sozialhaushaltes auf Bundesebene hätten. Zum einen könne das diakonische Sozialunternehmen keine Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose mehr anbieten. Zum anderen müssten betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.

Folge der Sozialkürzung: Aufbaugilde schließt mehrere Bereiche

Die Aufbaugilde Heilbronn hat es sich zur Aufgabe gemacht, langzeitarbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern - unter anderem mit Jobs im Secondhand-Kaufhaus der Aufbaugilde. Gefördert wurde diese Eingliederung bisher vom Jobcenter. Doch hier hat der Bund massiv gekürzt. Die Folge: Die Aufbaugilde bekommt vom Jobcenter keine Langzeitarbeitslosen mehr zugewiesen.

Wir erhalten schlicht und ergreifend keine Zuweisungen mehr in diese Instrumente rein, weil die Gelder durch die Kürzung auf Bundesebene fehlen.

Verschiedene Bereiche hat die Aufbaugilde bereits schließen müssen, so Geschäftsführer Gerald Bürkert. Die Schreinerei und den Bereich Lager- und Versandservice hat das Unternehmen schon aufgegeben, ebenso ein Qualifizierungszentrum. Inwieweit das Secondhand-Kaufhaus - eines der größten deutschlandweit - betroffen sein wird, ist unklar.

Wir stehen vor weiteren Entscheidungen, inwiefern wir auch in andere Geschäftsbereiche weiter eingreifen müssen.

Weitere betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Die Aufbaugilde Heilbronn gliedert sich in verschiedene Geschäftsbereiche - etwa Garten- und Landschaftspflege, Gebäudereinigung und Haushaltsauflösungen - in denen nicht nur Langzeitarbeitslose beschäftigt werden, sondern auch Angestellte. Deren Arbeitsplätze sind durch die Kürzung im Sozialetat bedroht.

Man versuche zwar, die Kollegen und Kolleginnen weiter zu beschäftigen, so Bürkert, aber "wir sind auch in einer Situation, wo wir in manchen Fällen tatsächlich keine Anschlussarbeit mehr anbieten können, bis hin zu betriebsbedingten Kündigungen. Und das sind natürlich dramatische Entwicklungen und Veränderungen."

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SWR