So stellen sich die Planer des Büros Sauerbruch Hutton den Neubau für das Asisi-Panorama in Konstanz vor. (Foto: Sauerbruch Hutton)

Kunstwerk von Yadegar Asisi

Spatenstich für Panorama-Rundbau zur Konstanzer Geschichte

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Der Künstler Yadegar Asisi hat am Dienstag in Konstanz den Startschuss gegeben für eine neue Touristenattraktion: Einen Rundbau mit einem 360-Grad-Panorama zur Stadtgeschichte. Gebaut wird nahe des Rheinufers.

In Konstanz ist am Dienstag der offizielle Spatenstich für das Panorama-Projekt des Künstlers Yadegar Asisi erfolgt. Das turmähnliche Gebäude dafür wird neben der Neuen Rheinbrücke gebaut. In seinem Innern soll es ein 360-Grad-Panoramabild zu sehen geben, das Konstanz während des Konzils 1414-1418 zeigt. Den Startschuss für die Bauarbeiten gaben am Dienstag der Künstler, der Pforzheimer Investor Wolfgang Scheidtweiler und die Berliner Architekten Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton. Über die Kosten äußerten sie sich nicht.

Der Rundbau für das Panorama-Kunstwerk neben der Neuen Rheinbrücke, in Konstanz auch Schänzlebrücke genannt, wird von weitem sichtbar sein: Denn der zylinderförmige Turm soll über 50 Meter hoch werden und einen Durchmesser von über 30 Metern haben. Die mehrfarbige Fassade werde immer wieder ihr Erscheinungsbild ändern, das Gebäude optisch in Bewegung versetzen, so der Architekt.

Turmrestaurant und Aussichtsrundgang geplant

Herzstück im Innern wird das 360-Grad-Panorama sein, das die Geschichte der Stadt zu Zeiten des Konstanzer Konzils im 15. Jahrhundert zeigt - angefertigt vom Künstler Yadegar Asisi. Ganz oben im Turm ist ein Restaurant geplant, außerdem ein Aussichtsrundgang. 2024 soll das Panorama eröffnet werden, die Veranstalter rechnen mit bis zu 200.000 Besuchern pro Jahr. Die Planungen dauerten Jahre, zuletzt verzögerte die Corona-Pandemie den Baubeginn. Die Eröffnung war ursprünglich im Frühjahr 2021 geplant.

Panorama-Kunstwerk in Konstanz anfangs umstritten

Der Gemeinderat von Konstanz hatte sich gegen das Großprojekt zunächst gesträubt. Anfang 2017 stimmte er mit deutlicher Mehrheit dagegen. Im Juli 2018 stimmte dann eine ebenso deutliche Mehrheit für das Projekt. Gegner sprachen von "historischem Fastfood", die von Touristen hoch frequentierte Stadt könne nicht noch eine Großattraktion verkraften. Befürworter verwiesen darauf, dass Konstanz damit dauerhaft an das Konzil erinnern könne.

Yadegar Asisi bei der Arbeit. (Foto: © asisi)
Der Künstler Yadegar Asisi bei der Arbeit. © asisi

In Leipzig, Berlin, Wittenberg und Pforzheim hat Asisi bereits solche monumentalen Rundbilder geschaffen, die viele Besucher anlocken. In Wittenberg hat er zum 500. Jahrestag der Reformation zum Beispiel ein Panorama-Gemälde mit dem Titel "Luther 1517" gestaltet. Dafür wurde er von der Stadt 2019 mit dem Lucas-Cranach-Preis ausgezeichnet.

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Das Konstanzer Konzil ist das größte und wichtigste Ereignis der Konstanzer Stadtgeschichte. Ganz Europa blickte von 1414 – 1418 an den Bodensee, als Päpste, Gelehrte, Herrscher und Könige über die Zukunft der Kirche diskutierten. Bald soll ein 360 Grad Panoramakunstwerk dieses historische Großereignis erlebbar machen. Der Künstler Yadegar Asisi, dessen monumentale Rundbilder schon in anderen deutschen Städten BesucherInnen anlocken, erschafft auch für Konstanz ein 3D-Gemälde, dass die komplexe Geschichte des Konzils publikumsnah nacherzählt. „Sehr einfach, aber nicht banal“, sagt Yadegar Asisi gegenüber SWR2. Doch das Projekt stößt auf Ablehnung. Als bunte Geschichtsvermittlung kritisiert Tobias Engelsing, Leiter der städtischen Museen, das geplante Wandbild: „Wir müssen junge Menschen auch zu kritischem Denken erziehen“.  mehr...

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