Menschen halten Plakate hoch bei den 46. Naturschutztagen in Radolfzell (Foto: Pressestelle, Frank Müller/BUND BW)

BUND und NABU ziehen positive Bilanz

Rund 1.000 Besucher bei Naturschutztagen am Bodensee

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Die 46. Naturschutztage am Bodensee sind am Sonntag in Radolfzell nach vier Tagen zu Ende gegangen. Rund 1.000 Menschen besuchten die etwa 40 Veranstaltungen zu Themen wie Klima- und Artenschutz.

In Radolfzell (Kreis Konstanz) ist am Sonntag das größte Treffen von ehren- und hauptamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern im deutschsprachigen Raum zu Ende gegangen. An den 46. Naturschutztagen am Bodensee nahmen laut Veranstaltern rund 1.000 Menschen teil. BUND und NABU zogen eine positive Bilanz. Themen waren der Klima- und Artenschutz sowie der Flächenverbrauch. Das viertägige Treffen fand erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder in Präsenz statt. 2021 waren die Naturschutztage ganz ausgefallen, 2022 gab es sie in reduzierter Form digital.

"Wir freuen uns, dass die Naturschutztage wieder vor Ort stattfinden konnten", so Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. Viele Besucherinnen und Besucher hätten den direkten Kontakt vermisst. Für sie gab es im Radolfzeller Milchwerk zahlreiche Angebote zur Information und Weiterbildung.

Besucher an einem Infostand bei den 46. Naturschutztagen in Radolfzell (Foto: Pressestelle, Waldemar Grosch/BUND BW)
Besucherinnen und Besucher informierten sich bei den Naturschutztagen im Milchwerk Radolfzell. Pressestelle Waldemar Grosch/BUND BW

In den Workshops und Vorträgen ging es zum Beispiel um Lösungen gegen den Flächenfraß und um aktuelle Entwicklungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Außerdem wurden Exkursionen zu den Naturschutzgebieten Mettnau, Mindelsee und Wollmatinger Ried angeboten.

Besserer Schutz von Streuobstwiesen

Die Veranstalter BUND und NABU riefen die Landesregierung dazu auf, der Klima- und Biodiversitätskrise konsequenter entgegenzuwirken. So protestierten Naturschützerinnen und Naturschützer in bunten Tierkostümen am Samstag mit Bannern, Plakaten und Fahnen gegen den Flächenverbrauch und forderten lautstark "Wiesen und Wald statt Asphalt." Die Aktion wollte darauf aufmerksam machen, dass der Bebauung von Flächen immer wieder Lebensräume wie Streuobstwiesen zum Opfer fallen würden.

"Wir wollen, dass die Politik ihre eigenen Versprechen einlöst."

Kommunen und Behörden müssten das Naturschutzgesetz ernst nehmen und Ausnahmen nicht zur Regel machen, so der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle.

Publikum im Saal bei den 46. Naturschutztagen in Radolfzell (Foto: Pressestelle, Waldemar Grosch/BUND BW)
Ein voll besetzter Saal bei der Eröffnung der 46. Naturschutztage in Radolfzell. Pressestelle Waldemar Grosch/BUND BW

Naturschutzpreis für Aktion "Rettet die Bienen"

Der Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis ging in diesem Jahr erneut an zwei Preisträger: Tobias Miltenberger und David Gerstmeier, die 2019 das "Volksbegehren Artenschutz: Rettet die Bienen" initiiert hatten. Mit dem Preis zeichnete der BUND Baden-Württemberg bereits zum 13. Mal Natur- und Umweltschützer aus. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Die 47. Naturschutztage am Bodensee finden voraussichtlich im kommenden Jahr vom 4. bis zum 7. Januar 2024 wieder im Milchwerk Radolfzell statt.

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