SWR2 Wissen: Klassiker der Literaturgeschichte

Toni Morrisons Roman „Menschenkind“ – Leidensweg einer Sklavin

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Ein Schlüsselwerk der afroamerikanischen Literatur – das ist Toni Morrisons „Menschenkind“ von 1987. Kein anderer Roman vergegenwärtigt den Leidensweg einer Sklavin, ihr Innenleben und den Kampf um Selbstbehauptung mit solcher Konsequenz.

Damit holte die Nobelpreisträgerin das lange verdrängte Ursprungstrauma der Afroamerikaner aus der Unsichtbarkeit heraus. Zugleich bezog Toni Morrison (1931 - 2019) damit literatur-politisch Position.

In dem Roman spiegelt sich, was sie auch vielfach in ihren Essays formuliert hat: nämlich der Anspruch auf einen Platz in der amerikanischen Literatur, der nicht mehr allein von der Definitionsmacht der Weißen abhängig ist.

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Lesetipp Toni Morrison – Menschenkind

Es spukt in der Bluestone Road in Cincinnati, Ohio. Dort leben im Jahr 1873 die ehemalige Sklavin Sethe und ihre Tochter Denver. Nach und nach stellt sich heraus, dass es Sethes jüngste Tochter ist, die hier spukt, denn ihre Mutter brachte sie auf der Flucht vor Sklavenhändlern in höchster Verzweiflung um.
Toni Morrisons Roman „Menschenkind“ erschien 1987 im amerikanischen Original und wurde im Folgejahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Er gilt als Meilenstein der literarischen Aufarbeitung der immensen Traumata, die durch die Sklaverei verursacht wurden.
Man kann und sollte den Roman „Menschenkind“ immer wieder neu entdecken, findet die Autorin Ulrike Draesner. In ihrem SWR2-Lesetipp sagt sie: „Ich habe nie in meinem Leben einen Text gelesen, der mich so aufgewühlt hat, der mich so mitgenommen hat und über den ich überhaupt zum ersten Mal auch nur ansatzweise erahnen kann, was Sklavenhaltung und Sklaverei überhaupt bedeutet haben mag.“
Lesetipp von Ulrike Draesner.
Aus dem Englischen von Helga Pfetsch und Thomas Piltz
Rowohlt Verlag (2007), 400 Seiten, 12 Euro
ISBN 978-3-499-24420-9  mehr...

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