Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.

Tinder wird zehn - Freiere Liebe oder profaner Konsum?

STAND
AUTOR/IN
Max Knieriemen

Jede Woche aktuelle Kulturdebatten, die wichtig bleiben. Wie werden wir einmal auf die Diskussionen von heute zurückblicken? Jetzt abonnieren und keine Folge mehr verpassen!

Audio herunterladen (27,4 MB | MP3)

Swipen und matchen - Die beliebteste Dating-App feiert ihren 10. Geburtstag: Tinder hat das Onlinedating zum Massenphänomen gemacht. Wie hat sich unsere Liebe dadurch verändert?

Das Computer-Dating hat schon in den 1960er Jahren begonnen, wie uns der Historiker Michael Homberg erzählt. Da hat man einen elaborierten Fragebogen ausgefüllt, den ein Computer eingelesen hat. Damals galt noch: Je mehr Übereinstimmungen, desto besser!

Und auch wenn das Onlinedating mehr Freiheiten gebracht hat: Der Partner wird zur Ware und die Liebe zu einer Konsumform. Die Sozialpsychologin und Paartherapeutin Johanna Degen beschreibt das Phänomen der "Tinder fatigue": "Man erlebt sich selber als ein Produkt auf einem Markt und das schreibt sich in die Beziehung fort." Im Moment überwiege der Stress. Und in Zukunft? "Das geht erstmal neoliberal-kapitalisitisch weiter. Die Erschöpfung ist da nicht: Oh, wir gehen offline daten. Sondern sie führt zu: Wann kommt eine bessere App?"

Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de

Moderation: Max Knieriemen
Redaktion: Philine Sauvageot

STAND
AUTOR/IN
Max Knieriemen