SWR Tagesgespräch mit Wera Hobhouse, Unterhausabgeordnete der Liberal Democrats "Ich weine May keine Träne nach"

Die deutsch-britische Abgeordnete Hobhouse geht davon aus, dass nach dem Rücktritt Mays ein Brexit-Hardliner neuer Parteichef der britischen Konservativen wird. Allerdings sieht Hobhouse für einen EU-Austritt ohne Vertrag keine Mehrheit. Sie glaubt deshalb weiterhin an einen Verbleib in der EU.

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Die deutsch-britische Unterhaus-Abgeordnete Wera Hobhouse erwartet, dass ein Brexit-Hardliner Theresa May als Parteivorsitzender der konservativen Tories nachfolgt. Aller Voraussicht nach werde das der frühere Außenminister Boris Johnson sein. Im SWR Tagesgespräch sagte Hobhouse, die den Liberal Democrats angehört, der künftige Tory-Chef und Premierminister werde versuchen, einen Brexit ohne Vertrag durch das Parlament zu bringen. Dafür gebe es aber keine Mehrheit. Das Parlament sei "erstarrt", so Hobhouse, die weiter auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU hofft. Nur Neuwahlen oder ein zweites Referendum in den kommenden zwölf Monaten könnten weiterhelfen. Die Konservativen sieht Hobhouse vor der Zerreißprobe. Die Frage sei, wie die gemäßigten Tories reagieren, falls der neue Parteichef einen No-Deal-Brexit durchsetzen will. Hobhouse hält eine Spaltung für möglich.

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