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"Süd und Nord ist in mir", schreibt Hölderlin und wandert rastlos und wie ohne Kompass durch sein Leben und seine Verse (er nennt sie "Lieder") - deren Melodie versteht tatsächlich besser, wer einfach mitwandert.

Also los, aufwärts oder hinab!

Dem labilen Dichter hart auf den Fersen, bewegt sich Katharina Eickhoff durch schwäbische und andere Landschaften, durch Hölderlins Biografie und seine viele Lichtjahre von uns entfernte Epoche:

Klingendes Zeitpanorama, Dichterlesung, Fahrtenbuch, musikalische Fantasie - fünf ganz persönliche Annäherungsversuche an Deutschlands größten und schwierigsten Dichter.

Spuren des Schriftstellers in Bildern

Hölderlin 2020 Hölderland – auf den Spuren Friedrich Hölderlins

Stationen auf der Suche nach Hölderlin (Foto: SWR, Katharina Eickhoff)
„Glückselig Suevien!“ — Diesen Ort mitten im Wald bei Nürtingen hat Hölderlin schon als Bub geliebt und nie vergessen. Und siehe da: Der Wald sinkt hier tatsächlich hinunter, man könnte es nicht besser sagen! Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Könnte Hölderlin sein, da auf den Nürtinger Treppen…„Das verborgene Städtchen, wo mich der Wald freierem Sinn erzog, wo mit Stralen des Maitags mich Apollo zuerst beseelt.“ Hölderlin liebt und hasst die Stadt seiner Kindheit, in die er immer wieder zurückkehrt, wenn wieder ein Plan gescheitert ist. Die Nürtinger Altstadt ist schön wie damals… Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
…nur mit dem Hölderlin-Haus ist irgendwas schiefgegangen. Immerhin hat Hölderlin hier, im „Schweizerhof“, große Teile seines Lebens verbracht und an einigen seiner bedeutendsten Werke geschrieben. Jetzt, im Hölderlin-Jahr, bröckelt der Putz und blakt die Neonröhre... Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Welche Musik könnte Hölderlin zu seiner Zeit gehört haben? In welcher Musik unserer Zeit könnte er sich wiedererkennen? Die Notizzettel füllen sich mit Fakten und Spekulationen… Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Ungefähr so könnte das nächtliche Tübingen schon ausgesehen haben, als der Stiftsstudent Hölderlin hier mit seinen zwei Buddies Hegel und Schelling auf Kneipentour ging. Immer mit dabei: Die Marseillaise! - die französische Revolution reicht bis ins beschauliche Tübingen! Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Philosophenspuren an einer Tübinger Weinstube. Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist seit dem Studium im Tübinger Stift einer der besten Freunde Hölderlins — zusammen mit Schelling entwerfen sie das „älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus“… Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Das alte Frankfurt, wie Hölderlin es erlebt hat (und nicht mochte), ist heute rund um den Römerberg wiederaufgebaut. Für Hölderlin war es eine Handelsstadt ohne Poesie: „Hier siehst Du, wenig ächte Menschen ausgenommen, nur Karikaturen.“ Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
„Auf dem Bache zu schiffen, ist keine Kunst. Aber wenn unser Herz und unser Schicksal in den Meeresgrund hinab und an den Himmel hinauf uns wirft, das bildet den Steuermann!“ Hier irgendwo rechts stand das Anwesen des Frankfurter Kaufmanns Gontard, wo sich eine der größten und traurigsten Liebesgeschichten der deutschen Literatur abgespielt hat, die zwischen Friedrich Hölderlin und Susette Gontard… Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
So langweilig wie dieses Büsten-Portrait von ihr war Susette Gontard ganz sicher nicht. Hölderlin fand, sie sehe aus wie eine Griechin. Und schreiben konnte sie! Ihre Briefe an Hölderlin sind zum Heulen schön. Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Ein magischer Ort: Die Orangerie in Homburg vor der Höhe. Hier hat Hölderlin zweimal Zuflucht bei seinem „Herzensfreund instar omnium“ Sinclair gefunden. Und — da war doch was, mit einer Pomeranze…genau, hier: „…wenn aus grüner Nacht/ Die Pomeranze blüht und der Mastixbaum/ Vom Harze träuft, und Pauck und Cymbel/ Zum labyrinthischen Tanze klingen.“ Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Der Blick vom Homburger Schloss Richtung Taunus — hier beginnt Hölderlins „bleierne Zeit“, aber hier entstehen auch viele verstörendschöne Gedichte, unten im Schlosspark zum Beispiel „Hälfte des Lebens“: „Weh mir, wo nehm ich, wenn/ Es Winter ist, die Blumen, und wo/ Den Sonnenschein,/ Und Schatten der Erde?…“. Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Das hier hätte Hölderlin gefallen. „Die erste Idee“, steht in jenem „Systemprogramm des deutschen Idealismus“, das er mit Hegel und Schelling entworfen hat, „ist natürlich die Vorstellung von mir selbst als einem absolut freien Wesen.“ Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Hier entlang geht's zum Turm, in dem Hölderlin die lange zweite Hälfte seines Lebens verbracht hat. Der Eintritt ist frei — eine schöne Geste Tübingens: Hölderlin gehört uns allen. Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Dieser zierliche Tisch steht in Hölderlins Zimmer im für’s Jubiläum feingemachten Tübinger Turm. Es ist tatsächlich Hölderlins Tisch, „auf den er mit der Hand geschlagen, wenn er Streit gehabt — mit seinen Gedanken“, so schreibt Lotte Zimmer, die den verstörten Hölderlin Jahrzehnte lang liebevoll betreut hat. Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen
Mit Hölderlins Handschrift haben seine Herausgeber bis heute ihre liebe Not. Macht nichts. Lassen wir ihm seine Rätsel. Katharina Eickhoff Bild in Detailansicht öffnen

Literatur 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin

Am 20. März 2020 jährt sich der Geburtstag von Friedrich Hölderlin zum 250. Mal. Kaum ein anderer Dichter fordert die Künste und seine Leserschaft bis heute so heraus wie er. Mit seinen kühnen Sprachexperimenten, die keiner Strömung, weder der Klassik noch der Romantik, zuzuordnen sind, führte er die Dichtung in die Moderne.  mehr...

Hörspiel am Sonntag | Hölderlin 2020 Hyperion oder der Eremit in Griechenland

„Weiche schmelzende Klänge, von schmerzlichen Dissonanzen unterbrochen, verhauchend in düstren, unheimlichen Grabliedern.” (Friedrich Nietzsche)  mehr...

SWR2 Hörspiel am Sonntag SWR2

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