Musikstück der Woche

Mehr zu Rachmaninows Klaviertrio Nr. 1 g-Moll „Trio élégiaque“

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AUTOR/IN
Felix Werthschulte

Sergej Rachmaninow gilt als einer der bedeutendsten russischen Komponisten zwischen dem Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im „Trio élégiaque“ für die klassische Klaviertrio-Besetzung zeigt er schon als Student große kompositorische Qualitäten.

Das SWR2 Musikstück der Woche interpretierten Franziska Hölscher, Maximilian Hornung und Severin von Eckardstein im Februar 2016 im Schloss Bruchsal.

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Leidenschaft und klare Formen

Die Grundstimmung des einsätzigen, kurzen Werks ist durchaus leidenschaftlich und emotional: Sehnsuchtsvoll aufstrebende Linien entwickeln sich auf bewegten, mal schillernden, mal mysteriösen Strukturen zu mitunter großen „Ausbrüchen“, nur um danach ganz im Stillen und Verhaltenen wieder zu beginnen.

Das Stück wird zwar von einem erzählerischen, frei wirkenden Gestus bestimmt, doch dabei ist es formal sehr traditionell aufgebaut: Einem Einleitungsteil, der zwei unterschiedliche Themen vorstellt, folgt eine etwas kantiger verwickelte Durchführung.

Fast zaghaft, vorsichtig schließt sich eine Reprise des Anfangs an, die sich erneut zweimal steigert. Am Schluss steht eine beeindruckende Coda, in der das Hauptthema über trommelnden Rhythmen im Bassregister des Klaviers erklingt – zwielichtig, vielleicht gespenstisch, alles andere jedenfalls als ein strahlendes, sicheres Finale.

Vergessen, ersetzt, oder …?

Was Rachmaninow über sein eigenes Werk aus Studienzeiten dachte, darüber lässt sich nur spekulieren. Immerhin vermied er es, dem Trio eine Opuszahl zu geben, und er ließ es auch nicht drucken. Die Veröffentlichung geschah erst im Jahr 1947, also nach seinem Tod.

Nicht zu verwechseln ist dieses erste „Trio élégiaque“ übrigens mit einem weiteren, etwas umfangreicheren Werk desselben Namens. Dieses zweite „Trio élégiaque“ op. 9 komponierte Rachmaninow etwas später, im Gedenken an den von ihm verehrten Peter Iljitsch Tschaikowsky.

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Felix Werthschulte