Musikstück der Woche

Mehr zu Beethovens Quintett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier Es-Dur op. 16

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AUTOR/IN
Felix Werthschulte

Mit gerade einmal 26 Jahren vollendete Ludwig van Beethoven sein Klavierquintett op. 16. Das Werk verrät einiges über den jungen, aufstrebenden Tastenkünstler und sein Umfeld in Wien.

Das SWR2-Musikstück der Woche wird interpretiert von Mitgliedern des Ventus Bläserquintett Salzburg, die Aufnahme entstand 2011.

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Das Prinzip Harmonie

Wenige Jahre zuvor, im April 1782, hatte Kaiser Joseph II. die Gründung eines Bläseroktetts veranlasst, das der Repräsentation der höfischen Musikkultur dienen sollte. Diese so genannte „kaiserliche Harmonie“ bestand aus je zwei Oboisten, Klarinettisten, Fagottisten und Hornisten. Das Prinzip machte von sich reden: Bald hatten viele weitere Fürstenhöfe, die musikalisch etwas auf sich hielten, ebenfalls eine eigene „Harmonie“.

Zwar sind in Beethovens Klavierquintett die Stimmen nur einzeln besetzt, dennoch wirkt das „Harmonie-Prinzip“ nach: Wie ein Orchester im Miniaturformat stehen die vier Bläser dem Klavier gegenüber. Auch wenn es für Oboe, Klarinette, Fagott und besonders Horn einige demonstrativ herausgestellte Passagen gibt, so ist besonders der Klavierpart virtuos, mit brillanten Läufen und kraftvollen Akkorden.

Eine Bühne für Virtuosenkünste

Denn es war vor allem Beethoven selbst, der mit seiner eigenen Komposition das Publikum zu beeindrucken gedachte. Und dieser Plan ging offenbar gut auf. So erinnerte sich sein Schüler Ferdinand Ries an eine Aufführung im Haus des Fürsten Lobkowitz, bei welcher sich der junge Klaviervirtuose so einige Freiheiten gegenüber seiner eigenen Partitur nahm – zur Verwirrung der Mitspieler und zum Amusement der Zuhörer: „Im letzten Allegro ist einige Mal ein Halt ehe das Thema wieder anfängt; bei einem derselben fing Beethoven auf einmal an zu phantasiren, nahm das Rondo als Thema und unterhielt sich und die andern eine geraume Zeit …“

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