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Wenn es um die Zahl an Klaviersonaten geht, hätte Joseph Haydn einen Platz im Buch der Rekorde verdient.

Auch wenn die bloße Anzahl natürlich kein Kriterium für Qualität ist, es beeindruckt doch, dass sich Haydn beinahe sein ganzes Leben mit dieser Gattung auseinandergesetzt hat.

Das SWR2-Musikstück der Woche ist eine seiner letzten Sonaten, entstanden in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts. Interpretiert wird sie vom österreichisch-britischen Meisterpianisten Sir András Schiff.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:05 Uhr
Sender
SWR2

Alles andere als „nett“

Als „Papa Haydn“ wurde er seit dem 19. Jahrhundert häufig belächelt. Vor allem in der Romantik schien die Tonsprache Joseph Haydns vielen zwar wichtig und einflussreich, aber letztlich auch ein bisschen zu nett und fröhlich, leicht und vielleicht sogar etwas naiv.

Ganz und gar nicht gewöhnlich

Genau so konnte Haydn natürlich schreiben: elegant und federnd, unbeschwert und locker. Doch wie bei allen großen Künstlern greift diese Sicht allein natürlich viel zu kurz. Schon die ersten Takte seiner Es-Dur-Sonate enthüllen eine völlig andere Sprache.

Sie ist kraftvoll und stolz, nicht ohne Eigensinn und motiviert vom Willen, mit technischem Können zu brillieren. Komponiert hat Haydn diese Sonate um das Jahr 1795 in Wien für die Pianistin Teresa Jansen. Sie war eine Schülerin von Muzio Clementi, deren Kunst Haydn vermutlich bei Konzerten in London kennen und schätzen gelernt hatte.

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