STAND

Mit Michael Struck-Schloen

Musik ist nicht nur eine uralte Kulturpraxis, sie ist auch ein Abbild von Herrschaft und wird durch Verbote garantiert. Dazu gehörte das Verbot von Dissonanzen, genauso wie die Verteufelung ganzer Gattungen bis hin zum Verbot der Mitwirkung von Frauen. Selbst in aufgeklärten Gesellschaften ist die Tonkunst durchzogen von Verboten, wie Schönbergs Zwölftonsystem oder der Serialismus nach 1945 beweisen. Im 21. Jahrhundert wird an die "weiß" geprägten Gesellschaften die Frage gestellt, warum bestimmte Gruppen bis heute im klassischen Musikbetrieb unterrepräsentiert sind. Und die jüngsten Corona-Maßnahmen lässt erneut die Diskussion um Freiheit und gesellschaftliche Anpassung der Kunst aufflammen.

STAND
AUTOR/IN