Zeitgenossen

Michael Blume: „Antisemitismus ist nicht unbesiegbar!“

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Michael Blume war im Staatsministerium schon zuständig für den interreligiösen Dialog und die Rückholung jesidischer Frauen aus dem Nordirak. Seit 2018 ist er Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg.

Ziel von Hassattacken

Sein Engagement macht ihn immer wieder zur Zielscheibe von Hassattacken in den sozialen Medien. „Als Christ, der mit einer Muslimin verheiratet ist und jetzt für die Juden arbeitet, bin ich zur Projektionsfläche geworden“.

Vermittler und Versöhnungsexperte

Sorge bereitet ihm die zunehmende Radikalisierung im Internet: „Es gibt hier eine deutliche Zunahme an antisemitischen Übergriffen“. Aber Blume sieht sich als Brückenbauer, der sich nicht einschüchtern lässt: „Ich hab im Irak keine Angst zugelassen, dann fang ich auch in Baden-Württemberg nicht damit an.“

Deutschland

Gespräch Warum linke Intellektuelle zu Antisemitismus schweigen: Mirna Funk über mangelnde Solidarität mit Jüdinnen und Juden

Es gebe eine tiefe Solidarität vieler Linker in Deutschland mit dem palästinensischen Volk — deshalb wundere es sie nicht, dass es insbesondere von linksintellektueller Seite ein großes Schweigen zu den antisemitischen Vorfällen in Deutschland gibt, sagt die Schriftstellerin und Journalistin Mirna Funk in SWR2. Außerdem fänden die Angriffe auf Synagogen statt, nicht auf Moscheen.
„Und es gibt da eben schon gravierende Unterschiede, was Juden und Jüdinnen im Moment weltweit erleben, und was die andere Seite erlebt an Backlash, der aus diesen Social-Media-Empörungsstürmen wächst. Und das ist eben total gefährlich,“ so Funk.  mehr...

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Nach Eskalation im Nahost-Konflikt Antisemitische Vorfälle auch in Baden-Württemberg - Politiker fordern Konsequenzen

Nach den antisemitischen Vorfällen in Deutschland fordern Politiker Konsequenzen. Auch in Baden-Württemberg gab es Schmierereien, Zerstörungen und anti-israelische Aktionen.  mehr...

Gespräch Gewalt-Eskalation zwischen Palästinensern und Israelis: Palästinenser brauchen „Mission Gandhi“

Als „erschreckend einseitig“ bezeichnet der Vorsitzende des Palästina Forums Aref Hajjaj die deutschen Reaktionen auf die Gewalteskalation im Nahen Osten. Im Gespräch mit SWR2 sagt der Politologe: „Es wird nur angesprochen von Hamas-Raketen, von den Angriffen auf die Synagogen“. Das seien „dumme, unüberlegte Aktionen von Jugendlichen - die muss man absolut verurteilen“, so Hajjaj. Die Palästinenser brauchten jedoch keine „Mission Che Guevara“, sondern eine „Mission Gandhi“. Die gewalttätigen Zwischenfälle in Deutschland als Antisemitismus zu bezeichnen sei jedoch eine „Verwässerung dieses historisch besetzten Begriffs“, so Hajjaj. Denn das rücke das Kernproblem, nämlich die Frage der durch Israel besetzten Gebiete, in den Hintergrund.
Eigentliche Ursache für die Eskalation der vergangenen Tage sind für Hajjaj die Räumungen von Häusern im Tempelberg-Bezirk von Ostjerusalem und die Blockade von Moscheen zum Ende des islamischen Fastenmonat Ramadan. Hajjaj wörtlich: „Ich habe mich sogar gewundert, dass es nicht zu einer dritten Intifada gekommen ist“. Profiteur der Gewalt sei unter anderen Benjamin Netanjahu: „Er sieht jetzt seine Chance stärker werden, doch wieder Ministerpräsident zu werden“.
Gefragt, welche Lösungsmöglichkeiten er für den Konflikt sehe, antwortet Hajjaj: „Worte allein helfen auf keinen Fall“. Vielmehr brauche es Druck auf Israel durch die USA, das habe auch der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor gesagt. Hajjajs pessimistische Prognose: „Allein mit schönen Deklarationen würde sich auch in 100 Jahren nichts ändern im Nahen Osten“.
Aref Hajjaj wurde 1943 in Jaffa/Palästina geboren und hat in Heidelberg Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht studiert. Er arbeitete über 20 Jahre für das Auswärtige Amt und für die Deutsche Welle. Er ist Vorsitzender des Deutschen Palästina Forums und betätigt sich als Journalist und Publizist.  mehr...

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Gespräch Studie der Universität Bielefeld – Fördert Gangsta-Rap antisemitische Einstellungen?

Über einen Zusammenhang zwischen deutschem Gangsta-Rap und antisemitischen Verschwörungsmythen wird schon lange diskutiert — Texte von Rappern wie Kollegah und Farid Bang, Haftbefehl oder Sido geben reichlich Anlass. Die erste repräsentative Studie zum Thema ist nun von der Universität Bielefeld veröffentlicht worden.  mehr...

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