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Geschichtsstunde im Untergrund - Warum die Niederländer Hitlers Atlantikwall rekonstruieren

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Noch immer ragen die Betonbunker des Atlantikwalls wie Mahnmale aus den Dünen am Strand von Scheveningen. 1942 wurde das kleine Fischerdorf, heute ein beliebter Urlaubsort und Stadtteil von Den Haag, zum Sperrgebiet. Rund 900 Militärbauten entstanden an der Nordseeküste als Bollwerk der deutschen Wehrmacht. Darunter unterirdische Tunnel und Laufgänge, die über Jahrzehnte fast vergessen waren.

Als sichtbare und erfahrbare Erinnerung werden einige der Bauwerke seit 2013 von ehrenamtlichen Helfern originalgetreu rekonstruiert. Die meisten von ihnen haben schon als Kinder heimlich in den Bunkern gespielt und engagieren sich heute für "ehrliche Geschichte". (SWR 2019)

Der ehemalige Kommandobunker im Scheveninger Wäldchen (Foto: SWR, Claudia Heissenberg)
Als sichtbare und erfahrbare Erinnerung an die Zeit der deutschen Besatzung beherbergt der ehemalige Kommandobunker im Scheveninger Wäldchen heute das Atlantikwall-Museum Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Wie Mahnmale der Vergangenheit ragen die Bunker des Atlantikwalls bis heute aus den Dünen am Strand von Schevenigen. 1943 war die Verteidigungslinie der Nazis insgesamt über 5000 Kilometer lang und reichte von Spanien bis nach Norwegen. Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Den Nachrichtenraum haben Piet Hogedoorn und seine Mitstreiter in mühevoller Handarbeit wieder in den Originalzustand versetzt. Die verrostete Telefonzentrale wurde aus einem Kanal in Frankreich gefischt. Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Ein original Bunkertelefon: Um das Abhören zu erschweren haben die Nazis in Den Haag unterirdisch ein eigenes Telefonnetz verlegt Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Der Funkraum Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Piet Hogedoorn (links) und Boudewijn van Nuss arbeiten ehrenamtlich für die „Stiftung Atlantikwall-Museum“ und haben einige der Bunker und Tunnelanlagen für Besucher zugänglich gemacht. Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Tisch aufgebaut das Adler-Luftkampfspiel, daneben ein Weltempfänger und eine geöffnete Konservendose: Der Bereitschaftsraum im Kommandobunker sieht aus, als ob die Soldaten ihn gerade er verlassen hätten. Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
Bis ins kleinste Detail wurden die Räume im Bunker ausgestattet. Auf dem Schreibtisch des Kommandanten steht eine kleine Hitler-Büste neben der Schreibmaschine. Claudia Heissenberg Bild in Detailansicht öffnen
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