Gespräch

Ohne Jürgen Habermas sähe Deutschland anders aus, sagt der Biograf Stefan Müller-Doohm

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„Habermas versteht sich als jemand, der in einen Dialog einsteigt, der zum Streit herausfordert“, sagt der Habermas-Biograf Stefan Müller-Doohm im SWR2 Interview. Habermas habe klargemacht, dass Demokratie ohne vitale Debatten über das Für und Wider anstehender politischer Entscheidungen nicht funktionieren könne. Dies gelte über Nationalgrenzen hinweg. Habermas habe die Formulierung geprägt von der "Weltinnenpolitik ohne Weltregierung". Nach Habermas gebe es keine Alternative dazu, für kommunikative Vernunft und Konsens zu kämpfen. Dies sei das einzige Mittel gegen alle Formen von Dogmatismus und rückwärtsgewandten Ideologien eines neuen Nationalismus. Dabei sei Habermas keineswegs ein "Weltverbesserer", der die ganze Welt besser machen wolle, so Müller-Doohm. Er sei ein großer Philosoph, ein Theoretiker und Analytiker der Moderne.

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