Zecke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Michael Buholzer)

Insektenspray und lange Hose beim Wandern

So schützen sie sich vor Zecken

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Steffi Stronczyk
Steffi Stronczyk (Foto: SWR)

Zecken lauern vor allem im Wald und auf Wiesen. Wie sie sich schützen können und was bei einem Biss zu tun ist, weiß SWR Umweltredakteurin Janina Schreiber.

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Insektenspray: Darauf müssen sie achten

SWR1: Was muss ich tun, um nicht gebissen zu werden? Es gibt ja Zeckensprays, taugen die was? 

Janina Schreiber: Die Wirkstoffe kennt man von den Mückensprays. Das sind nämlich die gleichen, also auf Icaridin, D-E-E-T oder Para-Menthan achten. Und wer das direkt vor dem Wandern durch Wald und Wiese aufsprüht, der hat schon mal zumindest einen Anfangs-Schutz. Aber diese Sprays helfen auch nur bedingt, deshalb gilt beim Zeckenschutz: mehr hilft mehr.  

Zecken: Kleidung bietet Schutz

Eine Frau und ein Mann wandern durch den Wald. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann)
Bei Spaziergängen im Wald sollten lange Hosen getragen werden, damit Zecken nicht direkt an die Haut kommen.

Um sich zu schützen, sollte man zum Beispiel geschlossene Schuhe, eine lange Hose und ein langes Shirt beim Wandern anziehen. Und wer dann noch die Hose in die Socken steckt – der sieht jetzt vielleicht nicht super modisch aus, aber damit machen wir der Zecke das Leben schwerer. Denn die muss ja erst mal an unsere Haut kommen. Wenn die Kleidung jetzt auch noch hell ist, dann gibt es sogar die Chance, dass wir die Zecke auf uns krabbeln sehen und sie schnell abschnicken können.

Lange Hose, langes Shirt und Hose in die Socken – damit machen wir der Zecke das Leben schwerer.

Nach dem Wandern ist klar: Immer schön absuchen! Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Bauchnabel oder Kniekehle – das sind alles Orte, wo es der Zecke gut gefällt.

Zeckenbiss beim Wandern: Das ist zu tun

SWR1: Was muss ich tun, wenn ich gebissen wurde?  

Janina Schreiber: Auf jeden Fall so schnell wie möglich rausziehen und nicht drehen. Denn wichtig ist, dass wir beim Zecken-Ziehen auch alle Teile, vor allem die Mundwerkzeuge erwischen, damit sich nichts entzündet. Dabei hilft eine Pinzette oder eine Zecken-Zange, es gibt auch solche Karten – Hauptsache, wir können dann nah an die Haut ran, und im besten Fall alle Teile der Zecke langsam rausziehen.

Kein Öl auf den Zeckenbiss

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Warnung aus: Nicht mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Das scheint wohl als gängiges Hausmittel bekannt zu sein, ist aber gefährlich.

Und wer keine Zeckenzange oder keine Pinzette zu Hand hat – das RKI sagt: Trotzdem, zur Not mit einem Fingernagel, sofort entfernen, weil Zecken eben Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich damit anstecke, wird größer, je länger ich Kontakt mit der Zecke hatte.

Ist die Zecke raus, dann gut desinfizieren und genau beobachten. Sollte sich ein roter Ring um den Biss bilden, dann ab zum Arzt.

Das Interview führte SWR1 Moderatorin Steffi Stronczyk.

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