Unsere Erde. Der Kampf um Rohstoffe

Filmemacher Daniel Harrich: "Wir müssen dorthin schauen, wo es wehtut"

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Steffi Vitt
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SWR1

Dubiose Geschäfte mit autoritären Staaten und der Kampf um die Rohstoffe der Energiewende. Das sind die Themen des ARD-Schwerpunkts "Unsere Erde. Der Kampf um Rohstoffe".

Autor und Filmemacher Daniel Harrich hat dazu den Film "Am Abgrund" und die anschließende ARD-Dokumentation gedreht und uns erzählt, um was es in den beiden Filmen geht.

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SWR1: Es geht um einen Politiker am Abgrund. Weshalb ist er so groß in Gefahr?

Daniel Harrich: Die Problematik, die wir hier sehen, ist, dass letztendlich Länder, wie in dem Fall Aserbaidschan, es tatsächlich geschafft haben, Politikerinnen und Politiker in Deutschland und in Europa zu kaufen, letztendlich zu korrumpieren und für ihre Zwecke einzusetzen.

SWR1: Es geht um den Kampf um Rohstoffe. Was macht diesen Kampf so brisant? Viele von uns kriegen das gar nicht so mit.

Harrich: Wir stehen in Europa, und vor allem in Deutschland, mit dem Rücken zur Wand. Wirtschaftlich gesehen haben wir verpasst, uns früh genug auf die Energie- und Mobilitätswende vorzubereiten. Und da geht es vor allem darum, dass uns der Zugriff auf die kritischen Rohstoffe – wie Kupfer, Lithium, Kobalt, Nickel etc. - die wir beispielsweise für die Batterieproduktion oder die Produktion von Windrädern brauchen, die Speicherkapazitäten einfach fehlen. Da stehen wir gerade vor der Frage, auf was für Länder und was für Regime müssen wir uns heute einlassen, um an diese Rohstoffe zu kommen.

Wenn man sich die deutsche ESG-Brille (ESG = Environmental, Social and Corporate Governance), also die Umwelt-, Sozial und Wirtschaftsstandards vor Augen hält, muss man fast 95 Prozent der weltweiten Lieferanten eigentlich direkt ausschließen. Da kommen wir in diesen Konflikt, wo es heißt, was für Kompromisse wollen wir eingehen, welchen Preis wollen wir dafür zahlen, dass wir diese Rohstoffe bekommen. Und das ist eine sehr schwierige Frage. Aber es steht vor allem bei uns im Südwesten wahnsinnig viel auf dem Spiel. Es geht um Millionen von Arbeitsplätzen, es geht um viel Wohlstand, Deindustrialisierung und Arbeitsplatzverluste, die uns drohen, wenn wir diese Rohstoffkrise nicht in den Griff bekommen.

SWR1: Was war ihre größte Erkenntnis, als Sie das Thema recherchiert haben?

Harrich: Wir wollen alle die Welt retten. Ich unterstelle niemandem, der hier beteiligt ist – außer den Korrupten – böse Absichten. Aber am Ende geht es allen darum, dass wir im Rahmen der Klimakrise wissen, dass wir unseren CO2-Abdruck reduzieren müssen. Wir müssen irgendwie schauen, dass wir die Erderwärmung stoppen. Und wir wollen ja auch etwas tun. Bloß wenn man das, was als Grün verkauft wird, hinterfragt, kommt man oft drauf, dass es doch nicht so grün ist.

Und wir müssen hinschauen. Man darf nicht einfach weitermachen. Wir müssen es hinterfragen, wir müssen dorthin schauen, wo es wehtut, damit wir es auch besser machen können.

Das Interview führte SWR1 Moderatorin Steffi Vitt.

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