Mann sitzt traurig im Fensterrahmen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Stimmungstief, Antriebslosigkeit und wenig Energie

Das hilft gegen den Winterblues

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Die Tage werden kürzer, die Sonne scheint seltener – und das kalte Wetter lässt es draußen ungemütlicher werden. Einige Menschen empfinden den Spätherbst und Winteranfang als sehr belastend und verfallen in einen Winterblues. Wir verraten, was Sie dagegen tun können.

Ursachen

Mögliche Ursachen sind der Lichtmangel, der dazu führt, dass vermehrt das "Schlafhormon" Melatonin vermehrt ausgeschüttet wird. Und das macht uns müde. Gleichzeitig wird das "Glückshormon" Serotonin weniger gebildet. Eine Kombination, die sich in der Stimmung niederschlagen kann.

Das hilft

Tageslicht: Um sieben Uhr aufstehen und es ist noch dunkel? Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und der fortschreitende Herbst sorgen dafür, dass wir deutlich weniger Licht abbekommen.

Versuchen Sie, möglichst viel Zeit im Tageslicht zu verbringen. Schon der 30-minütige Spaziergang in der Mittagspause kann einen Unterschied machen.

Lichttherapie: Lässt sich ein Aufenthalt draußen während der hellen Stunden nicht mit ihrem Alltag vereinbaren, gibt es die Möglichkeit, dem Lichtmangel mit einer Tageslichtlampe entgegenzuwirken.

"Mindestens 70 Prozent der Bevölkerung reagieren positiv auf diese Tageslichtlampen", sagt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster. "Dreißig Minuten vor der Tageslichtlampe sorgen dafür, dass die Produktion von Melatonin unterdrückt wird und wir am Tage leistungsfähiger sind. Die Stimmung wird dadurch besser. Und dann kann sich das Melatonin abends, wenn es dunkel wird, wieder besser produzieren."

Nutzen Sie eine Tageslichtlampe mit mindestens 10.0000 Lux. Solche Lampen gibt es in Sanitätshäusern oder im Internet.

Frau sitzt vor Tageslicht-Lampe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christin Klose)
Tageslichtlampen können dem Lichtmangel in Herbst und Winter entgegenwirken. Christin Klose

Bewegung: Sport ist ein echter Stimmungs-Booster. Er sorgt dafür, dass der Melatonin-Spiegel sinkt, während der Serotonin-Spiegel steigt.

Bewegung ist die beste Medizin, in Kombination mit frischer Luft. Verbinden Sie doch am besten Bewegung, sei es ein Spaziergang oder Fahrradfahren, mit dem Tageslicht. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Stress reduzieren: Stress zu reduzieren, fällt uns besonders schwer, wenn wir gerade sowieso schon genug davon haben.

Achten Sie auf sich und darauf, sich nicht zusätzliche Arbeit aufzuhalsen, sei es im Büro oder Zuhause.

Mit Freunden (und dem Schweinehund) spazieren gehen: Gerade, wenn wir uns schlapp und lustlos fühlen, ist die beste Strategie, sich aufzuraffen. Auch wenn der innere Schweinehund auf der Couch bleiben und Popcorn essen möchte: Ein Koch-Abend mit Freunden, ein Kino- oder Theaterbesuch außer Haus oder der schon genannte Spaziergang wird Sie langfristig zufriedener machen, als sich zurückzuziehen.

Weitere mögliche Ursachen

Hilft das alles nichts, kann die es auch andere, körperliche Ursachen geben. Manchmal verrät ein Blutbild weitere Gründe für Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Eisennmangel und Vitamin D3-Mangel (das körpereigen nur in Kombination mit der Sonne gebildet wird) können solche sein.

Achtsam sein

Sollten die Symptome dauerhaft auftreten und einen Zeitraum von zwei Wochen überschreiten, sollten Sie mit Ihrem Arzt klären, ob es sich um eine Form von Depression handelt, die nicht saisonal bedingt ist.

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Doc Fischer SWR Fernsehen

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