Wild Wings Kapitän Thomas Larkin

Eishockey | DEL

Alles neu bei den Schwenninger Wild Wings

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AUTOR/IN
Thomas Kellermann

Nach dem souveränen Klassenerhalt geht es für die Schwenninger Wild Wings mit neuen Personalien und einer neuen Spielphilosophie in eine ambitionierte Spielzeit.

Direkt zum Auftakt in die neue DEL-Saison empfangen die Schwenninger Wild Wings die Adler aus Mannheim. Nicht nur für die Fans ein besonderes Spiel, sondern auch für zwei Personalien, die bei diesem Derby in ihre Wild Wings-Karrieren starten. Mit Thomas Larkin haben die Schwenninger einen neuen Schlüsselakteur in ihren Reihen, der zudem künftig das Kapitänsamt bekleiden wird. Der Ex-Mannheimer wechselte jüngst nach Schwenningen, für ihn ist das Derby also ein schnelles Wiedersehen mit seinen früheren Mitspielern. "Ich kann es kaum erwarten. Direkt gegen die alten Team-Kollegen spielen zu dürfen, ist für mich die beste Art, mit der neuen Mannschaft in die Saison zu starten", fiebert Larkin der Partie entgegen.

Mit den Adlern spielte der Verteidiger Saison für Saison um die großen Titel mit, gemeinsam wurden sie 2019 deutscher Meister. Dass es mit seinem neuen Verein primär um den Klassenerhalt gehen wird, ändere für ihn nichts. "In der täglichen Arbeit sehe ich da keine Unterschiede. Drei Punkte sind drei Punkte. In Mannheim war für jedes Spiel das Ziel vorgegeben, zu gewinnen. Dasselbe gilt auch hier". Sein erster Eindruck von seinen neuen Mitstreitern ist zudem durchweg positiv: "Wir haben hier eine gute Gruppe, viele gute Spieler und gute Menschen in der Kabine. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, mit den Spielern, von denen ich manche bereits kannte, auf der Basis des starken Vorjahres etwas aufzubauen. Das Projekt mit den neuen Spielern und dem neuen Coach ist sehr aufregend und ich wollte Teil davon sein", erklärt Larkin. In der vergangenen Saison betrug der Vorsprung auf die Abstiegsränge stolze 24 Punkte.

Enge Zusammenarbeit zwischen Team und Trainer

Neu-Coach Steve Walker, Nachfolger vom jetzigen Bundestrainer Harold Kreis, gewann als Spieler der Eisbären Berlin den Pokal sowie zwei Meisterschaften, zuletzt kam eine weitere Meisterschaft als Assistenztrainer von Red Bull München hinzu. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Ernennung Larkins zum neuen Kapitän. Larkin, der "ein wenig überrascht" von dieser Entscheidung war und "das Vertrauen des Coaches und der Mitspieler" zu schätzen weiß, lobt die enge Zusammenarbeit mit dem Trainerteam und seinen Kollegen. "Wir haben eine Gruppe aus sechs oder sieben Führungsspielern, die vom Team gewählt wurden. Der Trainer will, dass die Kabine sich selbst führt, die Jungs haben unter ihm viel zu sagen. Er hat natürlich das letzte Wort, aber viele Entscheidungen werden gemeinsam getroffen".

Mit Beständigkeit zur neuen Spielphilosophie

Unter Walker sollen Zuschauer künftig ein "aggressiveres, risikoreicheres, kreativeres Spiel" bestaunen dürfen, die Wild Wings werden "unterhaltsames Eishockey spielen", so der Kanadier. Zur Umstellung seiner Mannschaft auf den neuen Stil sagt er: "Es dauert natürlich ein bisschen, sich an das neue System zu gewöhnen. Defensiv haben wir es sehr gut übernommen, offensiv könnten wir noch ein wenig mehr kreieren. Aber das Feedback seitens der Spieler zeigt mir, dass sie mittlerweile ein gutes Verständnis dafür haben".
Der Auftakt gegen die Adler wird für ihn die erste Probe seiner bisherigen Arbeit sein. "Die Spiele gegen Mannheim sind immer besonders. Das ist eine starke Mannschaft und es wird ein guter Test sein, um zu sehen, wie gut wir mit den Besten der Liga mithalten können", so Walker.

Trotz der Wichtigkeit dieser Partie wird ihn das Ergebnis aber nicht von seiner bisherigen Marschroute abbringen. "Eine neue Spielkultur zu schaffen, erfordert Zeit. Gute Teams haben einen Plan, den sie auch nach ein, zwei schlechten Spielen beibehalten. Wir werden keine Entscheidungen aufgrund von Ergebnissen treffen, egal ob bei Siegen oder Niederlagen."

Abstiegskampf bisher kein Thema

Schwenningen schloss alle Saisons seit dem Erstliga-Aufstieg 2012 im unteren Tabellendrittel ab, kämpft Jahr für Jahr um den Klassenerhalt.
Walker hingegen kennt aus seinen letzten Stationen – Eisbären Berlin, der österreichische KAC und Red Bull München – nur das Rennen um die großen Titel. An der Arbeitsweise des 50-Jährigen ändern die ungewohnten Umstände, ähnlich wie bei Thomas Larkin, nichts. Zudem spiele auch das Thema Abstiegskampf in der Kabine keine Rolle: "Ich mag die Rolle des Underdogs. Die Mannschaft hatte in den letzten Jahren zwar keinen Erfolg, aber gemeinsam mit den Neuzugängen wollen wir hier etwas Großes aufbauen. Wir konzentrieren uns darauf, konstant besser zu werden und jedes Spiel einzeln anzugehen. In der Liga herrscht ein großer Wettbewerb, jeder kann jeden schlagen. Wenn wir täglich gut arbeiten, wird sich das früher oder später in Siegen widerspiegeln. Über den Abstiegskampf sprechen wir deshalb nicht".

Die neue Konstellation aus Trainer, Team und Neuzugängen scheint zumindest jetzt schon harmonisch und vielversprechend zu sein. Wo die Reise hingeht, werden die nächsten Monate zeigen.

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Thomas Kellermann

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