Bayer Leverkusen feiert die erste Deutsche Meisterschaft

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"Durfte nur einen Meister geben" - Südwest-Teams gratulieren Leverkusen

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Maximilian Springer
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Die Fußballwelt zollt Bayer 04 Leverkusen für den Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte Respekt. Auch aus dem Südwesten gibt es Glückwünsche.

Mit dem Abpfiff gab es in der Arena von Bayer Leverkusen kein Halten mehr. Nach dem 5:0-Sieg von Bayer 04 gegen Werder Bremen strömten die Fans der Werkself auf das Spielfeld und feierten die erste Meisterschaft ihrer Mannschaft. Und auch von der Konkurrenz gab es anerkennende Worte. So äußerte sich zum Beispiel Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, am Sonntag zum Titel der Rheinländer.

"Es durfte in diesem Jahr nur einen deutschen Meister geben, das ist Leverkusen. Im Moment sind sie die beste Mannschaft in Deutschland, das kann aber in ein paar Monaten wieder anders sein", sagte Streich mit Blick auf den Dauermeister der vergangenen Jahre, den FC Bayern München. Der 58 Jahre alte Streich erlebte zuvor nur in seiner Debütsaison 2011/2012 einen anderen Meister als den FC Bayern, damals Borussia Dortmund. Die Ablösung an der Bundesliga-Spitze freut den Trainer: "Es schadet nicht, wenn mal jemand anders Meister wird. Es reizt auch die Bayern. Die Bayern werden entsprechend reagieren, dann haben wir eine Konkurrenzsituation." Neben Bayern und Leverkusen sieht der scheidende Freiburg-Trainer auch Dortmund und Leipzig für die kommenden Jahre in starker Position.

Freiburg

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Der Sport-Club hat Probleme in der Bundesliga - in personeller Hinsicht, aber vor allem auch im Verhalten gegen den Ball. In Darmstadt sind die Freiburger favorisiert. Wenig Hoffnung gibt es für einen "Härtefall".

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Lob für Leverkusen kommt auch aus Stuttgart

Den VfB Stuttgart nannte Streich in seiner Aufzählung der möglichen Titel-Aspiranten der kommenden Jahre nicht. Zumindest in dieser Saison spielen aber auch die Schwaben oben mit. Außergewöhnlich: Selbst die starke Ausbeute von 63 Punkten aus 29 Spielen reichten in dieser Saison nicht, um Leverkusen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle zollte dem neuen Deutschen Meister daher über X (ehemals Twitter) Respekt. "Der VfB gratuliert zum Titel, der mit tollem Fußball in beeindruckender Weise errungen wurde", teilte Wehrle mit. "Wir schicken Grüße aus Stuttgart und freuen uns, dass wir uns bald nochmal begegnen." Am 27. April spielt der VfB in Leverkusen (18:30 Uhr). Ob die starken Schwaben als erstes Team in dieser Saison gegen den neuen Deutschen Meister gewinnen können, bleibt abzuwarten.

Mainz 05 bedankt sich für Nadiem Amiri

Der 1. FSV Mainz 05 befindet sich zur Zeit im Abstiegskampf der Bundesliga, konnte zuletzt aber überzeugen. Beim 4:1-Heimerfolg gegen die TSG Hoffenheim am Samstag war erneut Winterneuzugang Nadiem Amiri mit von der Partie. Ende Januar war der Mittelfeldspieler von Leverkusen nach Rheinland-Pfalz gewechselt und konnte in bisher elf Spielen einen Treffer und drei Torvorlagen für die Mainzer beisteuern. Die Meisterschafts-Glückwünsche der 05er an die Werkself beinhalteten daher auch einen Dank für Amiri - und die Gratulation zu einer "überragenden Saison".

Und auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, seines Zeichens Ex-Trainer der TSG 1899 Hoffenheim, äußerte sich zum ersten Titel der Leverkusener. Er würdigte seinen Trainer-Kollegen Xabi Alonso. Dessen Handschrift sei klar zu erkennen. "Die Spieler treten als Einheit auf, sind taktisch diszipliniert und zweikampfstark, zugleich variabel, kreativ und spielfreudig. Die Leistungen der Mannschaft sind ein Beleg dafür, wie wichtig die richtige Mischung von Qualität und Mentalität ist." Mit Blick auf die Europameisterschaft im Sommer freut sich der Bundestrainer besonders über die deutschen Nationalspieler im Kader der Leverkusener. Ob diese bei der Euro um ihren zweiten, dritten oder vierten Titel der Saison spielen, ist noch unklar. Der neue Deutsche Meister steht auch im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern (25. Mai, 20:00 Uhr) und hat gute Chancen auf den Einzug ins Halbfinale der Europa League.

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