Nach dem Böllerwurf ist das Spiel zwischen Augsburg und Hoffenheim unterbrochen.

Fußball | Bundesliga

Böllerwurf in Augsburg: Verdächtige in Untersuchungshaft - Lebenslanges Hausverbot

Stand
Redakteur/in
dpa
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Patrick Stricker

Beim Spiel der TSG Hoffenheim in Augsburg gibt es nach einer Böllerexplosion mehrere Verletzte, zwei Tatverdächtige und klare Worte von der TSG. Den Übeltätern droht lebenslanges Hausverbot.

Nach der Explosion eines Knallkörpers während der Bundesliga-Partie des FC Augsburg gegen die TSG Hoffenheim befinden sich die beiden Tatverdächtigen derzeit in Untersuchungshaft. Das bestätigte die Polizei Augsburg am Montag. Die Polizei hat die beiden 28-jährigen Männer aus dem Raum Göppingen bereits am Samstag festgenommen. Laut Polizei erließ ein Ermittlungsrichter wegen ""Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion" Haftbefehl. Die beiden Männer sitzen seitdem in der JVA Gablingen in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Augsburg ermittelt jetzt.

Es blieb zunächst auch bei der Zahl von elf verletzten Personen. Bei keinem bestehe "Lebensgefahr", hieß es weiter. Es geht wohl hauptsächlich um Knall-Traumata.

Der Feuerwerkskörper war am Samstag (11.11.2023) beim 1:1 zwischen dem FCA und Hoffenheim aus dem "Bereich des Gästeblocks" geworfen worden und nahe der Eckfahne explodiert. Zu den verletzten Personen machte die Polizei keine Angaben. Nach Informationen der "Augsburger Allgemeinen" sollen auch ein 12- und ein 17-jähriges Mädchen betroffen sein.

Rosen: "Nicht zu fassender Unsinn"

Noch während des Spiels wurden zwei Männer festgenommen. Sie stehen "im Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein". Auf Videobildern des Vorfalls konnten sie identifiziert werden, wie die Polizei bestätigte.

"Etwaige Täter haben keinen Platz bei der TSG Hoffenheim"

TSG-Sportchef Alexander Rosen nannte den Böllerwurf am Montag (13.11.) "einen gnadenlosen Irrsinn. Dieses verantwortungslose Verhalten Einzelner ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir sind froh, dass es offenbar keine schwerwiegenderen Verletzungen gegeben hat und zudem nun auch zwei mutmaßliche Täter identifiziert werden konnten." Und weiter: "Etwaige Täter haben keinen Platz bei der TSG Hoffenheim, ihnen wird lebenslang Hausverbot erteilt. Wir sind zudem mit den Geschädigten im engen, persönlichen Austausch."

Wie steht es um die Betroffenen?

„Wir sind mit den Geschädigten im engen, persönlichen Austausch. Nicht nur ich habe mit Betroffenen und deren Angehörigen telefoniert, die auch sehr dankbar waren für die geleistete Unterstützung. Wir bleiben mit den geschädigten TSG-Fans im Dialog, werden uns als Klub weiter einbringen. Auch mit unserer Szene stehen wir in Verbindung.“

Augsburg

Fußball | Bundesliga Unterbrechung bei TSG-Spiel in Augsburg: Knallkörper verletzt mehrere Menschen

Nach der Explosion eines Knallkörpers wurde das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und der TSG Hoffenheim kurzzeitig unterbrochen. Es gab mindestens elf Verletzte, zwei Menschen wurden festgenommen.

Stadion SWR1 Baden-Württemberg

Schiedsrichter Brych hat über Spiel-Abbruch nachgedacht

Die meisten der rund 28.000 Zuschauer kamen wie die Spieler auf dem Platz mit dem Schrecken davon. Schiedsrichter Felix Brych hatte die Partie wegen des Vorfalls in der 57. Minute für etwa fünf Minuten unterbrochen.

Danach konnte sie ohne weitere Zwischenfälle zu Ende gespielt werden. "Ich habe noch nie einen so lauten Knall in einem Fußballstadion gehört", sagte der auch international sehr erfahrene Brych. "Ich habe klar gesagt, wenn so etwas nochmal passiert, müssen wir das Spielfeld verlassen", berichtete der 48-Jährige.

Böllerwurf bei Augsburg gegen Hoffenheim: TSG reagiert mit Statement

Der Schiedsrichter verwies auf den sogenannten Dreistufenplan des DFB, der als finale Reaktion einen Spielabbruch vorgesehen hätte. Als erste Stufe hatte Brych die Spieler im Mittelkreis zum Gespräch versammelt.

Die TSG Hoffenheim bat am Samstagabend in einer Stellungnahme um Entschuldigung und kündigte an, die Ermittlungsbehörden zu unterstützen, damit die Tat vollumfänglich aufgeklärt werde. "In den 16 Jahren unserer Bundesliga-Zugehörigkeit sehen wir uns zum ersten Mal mit einer solchen irrsinnigen Entgleisung konfrontiert", hieß es. Die TSG stehe mit ihren Werten für ein friedliches Miteinander.

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