Mini-Loft in altem Bunker

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Ein alter Fahrradkeller, ein Heizungsraum und ein ehemaliger Luftschutzbunker – klingt eigentlich überhaupt nicht nach Potential für einen offenen, loftartigen und schönen Wohnraum. Philipp hat es trotzdem geschafft, daraus ein gemütliches und modernes Mini-Apartment auf 35 m² zu bauen – mit einem Auge für Inneneinrichtung, einem Händchen für Design und Gestaltung, viel handwerklichem Geschick und drei Monaten harter Arbeit.

Ehemaliger Luftschutzkeller und Bunker wird Wohnraum

Das alte Bauernhaus seiner Eltern in Mertesdorf bei Trier ist zur Hälfte vermietet. Als Philipp im Mai 2021 nach einer neuen Wohnung sucht, überlegt er sich deshalb Räume und Substanz zu nutzen, die schon da sind. „Ich finde, es ist immer besser, ein altes Haus im Bestand zu gestalten. Ich finde es schön, wenn man das Historische erhält, die Qualität und die Wertigkeit der alten Häuser ist eine ganz andere.“

Philipp baut alten Keller selbst zu Mini-Loft um

Also beginnt Philipp den Keller auszuräumen, Wände freizulegen, einzureißen und Fenster einzubauen. „Ich habe mal Architektur studiert, deshalb habe ich schon ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein Gespür für Räume.“ Die handwerklichen Grundlagen hat sich Philipp weitestgehend selbst beigebracht. Schon als Kind hat er viel mit seinem Opa gewerkelt. „Und so habe ich mir dann eigentlich nach und nach immer mehr von anderen abgeguckt, damit ich meine Sachen auch umsetzen kann.“ Im Moment arbeitet Philipp bei einem Schreiner.

Möbel-Upcycling: Altes wiederverwenden

Die Affinität für seinen „Lieblingswerkstoff“ ist auch in seiner Wohnung sichtbar: Wandverkleidung, Regal, Küchenschränke, sein Bett, die Holztür und die Eckbank hat er selbst gezimmert. Zum Teil auch aus alten Möbeln. Denn ein Thema ist Philipp bei seinem Bauprojekt besonders wichtig: „Dass man möglichst wenig neu kauft. Sachen, die schon vorhanden sind, wo Energie reingesteckt wurde, nutzen.“ Und so finden sich neben seinen selbstgebauten Möbeln auch zahlreiche alte oder upgecycelte Einrichtungsgegenstände in seiner Wohnung: der 150 Jahre alte Esstisch zum Beispiel, oder die Stühle vom Dachboden seiner Oma. „Die habe ich nur ein bisschen abgeschliffen. Und das macht mir auch Spaß, Sachen selbst zu bauen, daraus irgendwie was Neues zu kreieren und neues Leben einzuhauchen.“

Alte Bausubstanz erhalten

Auch bei den Bauarbeiten hat Philipp darauf geachtet, die alte Substanz zu erhalten und in seine neue Wohnung zu integrieren. So sieht man seinem Schlafzimmer die Vergangenheit als Luftschutzkeller noch deutlich an: eine rostrote Decke aus 4 cm Stahl und dicke Wände aus Sichtbeton. Das gibt seiner Wohnung einen besonderen und auch modernen Industrie-Stil: Beton, Stahl, offen verlegte Leitungen und Rohre und eine freigelegte Ziegelsteinwand. Philipp hat versucht, möglichst viel von diesem Charakter zu erhalten.

Nur die Wand hinter seinem Schwedenofen und entlang des Schlafbereichs ist mit groben Schalbrettern verkleidet. „So entsteht in dem eigentlich kalten Kellerraum eine gewisse Wärme und auch Gemütlichkeit, wie auf einer Hütte.“ Mit dem Ergebnis ist Philipp sehr zufrieden. „Das Schöne ist, dass man sieht, was man geschaffen hat. Man hat jetzt nicht nur irgendwie Zahlen von rechts nach links geschoben, sondern man kann das alles wirklich in seinem praktischen Leben nutzen.“

Geld sparen beim Sanieren durch Eigenleistung

Drei Monate hat Philipp in Vollzeit an seinem Umbau-Projekt gearbeitet. Zehn Stunden am Tag auf der Baustelle verbracht und tonnenweise Schutt aus dem Keller geschaufelt. Insgesamt hat er in seine Wohnung rund 30.000 Euro investiert. Aber er schätzt, dass er durch seine Eigenleistung noch mal mindestens 20.000 Euro eingespart hat.

Dennoch hat am Ende der Spaß am Projekt, am handwerklichen Arbeiten und Gestalten überwogen. So sehr, dass Philipp jetzt überlegt, sich mit dem Ausbau und der Gestaltung von Räumen selbstständig zu machen. Neue Projekte sind schon in Planung, sein Mini-Loft wird sicher nicht sein letztes Renovierungsprojekt bleiben.

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