Leben auf dem Frachtschiff der Brüder Mnich

Stand
REDAKTEUR/IN
Sabine Keller
EIN FILM VON
Stefanie Vier
Andreas Hebenstreit
Paul Heydecke

Stephen und Torsten Mnich sind auf einem Binnenschiff aufgewachsen, gemeinsam mit sieben weiteren Geschwistern und ihren Eltern. Zeit in ihrem Haus bei Ludwigshafen verbrachten sie meist nur an Weihnachten. Während der Schulzeit lebten sie und ihre Geschwister im Mannheimer Schifferkinderheim.

Leben auf dem Wasser als Schifferfamilie

Wochenenden und Ferien verbrachten alle zusammen auf dem Schiff. Das war ein Riesenspaß, aber auch ziemlich eng, deshalb ist für die beiden ihre 60-Quadratmeter-Wohnung äußerst geräumig. Ihr Schiff, die „Gebrüder Mnich“, haben sie gebraucht gekauft. Das Binnenschiff aus den 60er Jahren hat leicht abgerundete Wände und eine nach oben gewölbte Decke.

Möbel und Einrichtung nach Maßanfertigung

Ihre Vorgänger hatten viele Möbel nach Maß anfertigen lassen, damit sie perfekt in die Rundungen des Schiffs passen. Die Brüder waren froh darüber und haben sie übernommen. Auf staubige Schrankablagen haben sie keine Lust, ihre Möbel reichen bis zur Schiffsdecke. Auch für sein Bett hat sich Stephen eine Matratze anfertigen lassen, denn an der Ecke in seinem Schlafzimmer verläuft ein Kabelschacht. Einige Möbel, wie z. B. den Wohnzimmertisch, hat er selbst aus einer alten Schiffsluke gebaut.

Kluge Lösungen für Wohnen auf wenig Platz

Eine weitere Besonderheit beim Leben an Bord: Stauraum ist rar. Deshalb haben Stephen und Torsten ungewöhnliche Lösungen für ihr Platzproblem: Unter dem Bett hängen die Skier, unter den Treppenstufen ist der Schuhschrank. Gegessen wird oft im Steuerhaus, denn einer der beiden fährt tagsüber immer. Stephen übernimmt dann meist das Kochen, während sein Bruder Torsten fährt. Damit der Schiffsführer auch während der Arbeitszeit essen kann, haben die beiden einen fahrbaren Tisch gebaut, der über den Apparaturen hin- und hergeschoben werden kann. Oft sind sie 14 Stunden am Tag unterwegs, nachts dürfen sie nicht fahren, dafür bräuchten sie eine dritte Person.

Heimatort Ludwigshafen

Offiziell gemeldet sind die Brüder bei ihren Eltern. Gudrun und Hans-Werner Mnich wohnen seit ihrem Ruhestand in ihrem Haus in Hochdorf-Assenheim bei Ludwigshafen. Dort haben Stephen und Torsten ein Gästezimmer, das sie sich mit ihren Brüdern Patrick und Dominik, die ebenfalls auf ihrem eigenen Frachtschiff „Kallisto“ leben, teilen. Dort ist auch ihre Postadresse. Da es dauern kann, bis sie nach Ludwigshafen kommen, öffnet ihre Mutter wichtige Schreiben und liest sie ihnen am Telefon vor.

Wo andere Ferien machen, sind sie zuhause

Trotz vieler Einschränkungen leben die beiden gerne auf ihrem Schiff und genießen die zahlreichen Vorteile: Ihr Job ist abwechslungsreich, denn sie steuern und pflegen nicht nur das Schiff, Torsten und Stephen sind gleichzeitig auch Schreiner, Schlosser und Elektriker. Um zur Arbeit zu kommen, müssen sie nur die Tür aufmachen, morgendliche Staus kennen sie nicht. Die Aussicht aus ihrer Wohnung ist nie langweilig: Ob Naturidyll, Städte oder Industrielandschaften – zu sehen gibt es immer etwas. Da wo andere Ferien machen, sind sie zu Hause. So können sie auch gut verkraften, dass sie meist nur zwei Wochen Urlaub im Jahr haben und oft am Wochenende arbeiten.

Mehr Room Tour

Montabaur

Altes Bahn-Stellwerk gerettet und umgebaut für die Rente

Eigentlich sollte dieses Haus gar nicht mehr stehen, hätten es Peter und Regina nicht gerettet. Sie haben sich ihren Alterswohnsitz im alten Stellwerkhäuschen in Montabaur gebaut.

Kein Bock auf Miete: Julius hat sich mit 22 sein eigenes Haus gebaut

Mit Anfang 20 ein eigenes Haus zu haben und keine Miete mehr zu zahlen – diesen Traum hat sich Julius erfüllt. Er hat einen alten LKW-Anhänger zu einem mobilen Tiny House umgebaut.

Stand
REDAKTEUR/IN
Sabine Keller
EIN FILM VON
Stefanie Vier
Andreas Hebenstreit
Paul Heydecke