Dachgeschoss ausgebaut: Traumwohnung auf kleinem Raum

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EIN FILM VON
Jörg Hommer (Redaktion), Bettina Lichtenauer (Kamera), Max Tiemann (Kamera / Ton) und Frank Rosam (Schnitt).

Mit Erfindergeist, vielen DIY-Ideen und handwerklichem Geschick hat Schlossermeister Marc einen Traum für sich, seine Frau Svenja und ihre kleine Tochter verwirklicht: Er hat das Dachgeschoss ihres alten Fachwerkhauses für seine Familie ausgebaut.

Drei Generationen leben hier gemeinsam. Marc und Svenja hatten bis dahin eine 90 m²-Wohnung im Haus, die mit ihrer Tochter irgendwann zu klein wurde.

DIY: Dachgeschoss-Ausbau und -Planung

Das Dachgeschoss des Hauses wurde jahrelang nur als Abstellraum genutzt, war vollgestopft bis buchstäblich unters Dach. Um Wohnraum zu schaffen, nahm Marc die Herausforderung an: „Do it yourself“ war dabei die Devise. Wochenlang arbeitete er mit Computerprogrammen an seinen Ideen für den Umbau der gerade mal 45 m² großen zusätzlichen Wohnfläche unterm Dach.

Auch Möbel und Einbauten designte er zunächst am PC und setze seine Entwürfe dann eigenhändig um. Dabei griff er hauptsächlich auf die Materialien Metall und Holz zurück. Stundenlang flexte, schweißte, sägte und hämmerte Marc in seiner Garage. Das Ergebnis: ein kleines Schmuckkästchen, wie maßgeschneidert für die Familie.

Alter Dachboden zu kleiner Wohnung ausgebaut

Nach dem Umbau ist nun die Küche der Mittelpunkt des offenen Dachraumes. Hier ging für Svenja der Traum von einer Küchen-Insel in Erfüllung. Von der Küche aus geht es in das gemütliche Wohnzimmer und das Esszimmer mit einer großen Fensterfront, die maßgeschneidert in das Fachwerk eingesetzt wurde.

Dort parken zwei ausrangierte, aber fahrtüchtige Motorräder als ausgefallene Dekoration – Svenja und Marc sind begeisterte Motorrad-Fans. Die Zweiräder brauchen zwar viel Platz, passen aber wunderbar in den Raum.

DIY-Hack für mehr Raum unter der Dachschräge

Marc hat bei seiner Planung jeden Quadratzentimeter der kostbaren Fläche perfekt ausgenutzt. Sein Meisterstück ist der sogenannte Kniestock, der Raum unter der Dachschräge. Je höher der Kniestock ist, desto mehr Stellfläche steht zur Verfügung. Um sie gut zugänglich zu machen, entwickelte der 35-jährige Tüftler ein ausgefeiltes Schienen-Schlitten-System. Auf ihm ist Platz für 40 Plastikkisten, die er an einem Seil bequem herausziehen kann.

Holz- und Metallbauarbeiten in Eigenleistung

Selbst ein Gästebad hat die Familie in dem 45 m² großen Dachgeschoss unterbringen können – mit vielen kleinen und großen Details. Zum Beispiel das steinerne Waschbecken, das auf einer restaurierten Hobelbank steht. Ein ganzes Stück Arbeit für Marc: Um die ausrangierte Hobelbank überhaupt platzieren zu können, musste er allerhand Kürzungen in Höhe und Breite vornehmen und den ganzen Koloss erst mal auseinanderschrauben, um auch die Armaturen gut anbringen zu können.

Auch den Rest der Möbel hat Marc maßgenau dem Dachstuhl angepasst. Hierzu hat er vor allem die Arbeitsplatten aus Eiche, wie sie in der Küche verbaut wurden, als Material für Esszimmertisch, Treppe und Geländer genutzt. Selbst den Verschnitt hat er noch zu Schneidebrettern verarbeitet.

PV-Anlage sorgt für nachhaltige Energie-Versorgung

Nachhaltigkeit ist für Marc und Svenja besonders wichtig. Das zeigt sich auch beim Energiehaushalt. Auf dem Dach sorgt eine 22kW-Solar-Anlage für ausreichend Strom, eine angeschlossene Batterie für die Speicherung. Gut 72 Prozent Energie-Autarkie kann die Familie damit für das ganze Haus, also für alle drei Generationen, erreichen. Denn warmes Brauchwasser erzeugen sie über eine Zusatzheizung im Warmwasserspeicher, der aus dem Stromüberschuss der PV-Anlage gespeist wird. Die dann noch verbleibenden Spitzen erledigt eine Gastherme.

Marc und Svenja haben ihr mehr als 100 Jahre altes Fachwerkhaus mit viel Liebe und vielen kreativen DIY-Ideen in einen einzigartigen, modernen und zukunftsfähigen Wohnraum verwandelt.

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Jörg Hommer (Redaktion), Bettina Lichtenauer (Kamera), Max Tiemann (Kamera / Ton) und Frank Rosam (Schnitt).