Vier Monate Intensivstation – Saskia leidet mit ihrem Mann Sven

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„Als liebender Mensch leidet man genauso mit. Man macht nicht weiter mit seinem Leben, man wartet ab und hofft das Beste.“

Teil 1 – Sven erkrankt schwer an Corona und liegt vier Monate auf der Intensivstation

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Im Dezember 2020 infizieren sich Saskia und ihr Mann Sven mit dem Coronavirus. Beide haben starke Symptome, doch nach fünf Tagen geht es Sven nicht besser. Saskia ruft den Krankenwagen. „Der Zustand war so schlimm, er musste sofort intubiert und ins künstliche Koma versetzt werden.“ Für Saskia beginnt eine schwere Zeit. „In dieser Zeit, in der Sven weg war, hat mir ganz Unterschiedliches geholfen. Es war nie nur das eine oder andere. Es gab Momente, da wollte ich tatsächlich ganz allein für mich sein. Es gab Momente, da wollte ich unbedingt mit jemand darüber reden. Das war meistens die Familie."

Unterstützung von Familie und Freunden

Immer wieder stellt sie sich die Frage, warum es sie nicht so schlimm erwischt hat, und sie macht sich Vorwürfe, dass sie sich nur mit einer Ghetto-Faust von ihm verabschiedet hat. „Ich habe gedacht, der kommt bald nach Hause. Du denkst immer als Angehörige das Beste. Das war bei mir so. Bis die Ärzte mir immer wieder gesagt haben: ‚Nee, es ist noch schlechter geworden‘.“ Nach einer Woche bangen, der erste Besuch auf der Intensivstation. Es war eine Ausnahme, denn Sven wacht zunächst nicht aus dem Koma auf. „Ich hatte Angst, dass ich ihn nicht mehr wiedererkenne.“ Doch Saskia bleibt an seiner Seite, nimmt Filme auf und singt für ihn. Es gibt Momente, da verliert sie fast die Hoffnung. „Es kamen so unfassbar viele Menschen auf mich zu und haben gefragt: ‚Saskia, wie können wir dir helfen? Wie können wir dich unterstützen?‘ - Jeder will etwas tun.“

Das Krankenhauspersonal leistet eine wichtige Arbeit

Begeistert ist sie auch von der Hilfe der Pflegerinnen und Pfleger, die ihr alles ganz genau erklären. „Was die Tag für Tag leisten! Die Arbeit der Pfleger und Ärzte ist unbeschreiblich. Die sind so sehr auf Sven eingegangen, so sehr auf mich eingegangen.“

Insgesamt vier Monate verbringt Sven auf der Intensivstation. „Hätte ich nicht mein zuhause und mein Umfeld gehabt, wäre ich daran kaputt gegangen.“ Eine Zeit, in der Saskia lernt den Moment wieder zu schätzen und auch für die kleinen Dinge dankbar zu sein.